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Gedenken an NSU-Opfer Halit Yozgat

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Gedenkfeier für Halit Yozgat
„Im Gedenken an Halit Yozgat“ steht auf einer Trauerschleife. © Swen Pförtner/dpa

In Kassel ist am Mittwoch in einer öffentlichen Gedenkfeier an den vom Nationalsozialistischen Untergrund NSU ermordeten Halit Yozgat erinnert worden. Der damals 21-jährige türkischstämmige Besitzer eines Internet-Cafés wurde am 6. April 2006 erschossen. Die Stadt Kassel hatte gemeinsam mit der Familie Yozgat zu der Veranstaltung am Gedenkstein für die NSU-Opfer am Kasseler Halitplatz eingeladen.

Kassel - Es war die erste öffentliche Gedenkfeier für Halit Yozgat seit dem Jahr 2019. Wegen der Corona-Pandemie hatte in den vergangenen zwei Jahren nur im kleinen Rahmen an ihn erinnert werden können.

„Halit Yozgat war das neunte Opfer einer grausamen Mordserie, die unser Land, unsere Stadt bis heute in Atem hält und zu Recht beschäftigt“, sagte Kassels Oberbürgermeister Christian Geselle (SPD). Viele Fragen seien auch 16 Jahre nach der Tat noch offen. Nicht zuletzt vor dem Hintergrund der rechtsextremistischen Anschläge in Halle und Hanau, der Ermordung des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke sowie der bundesweiten Großrazzia gegen Rechtsextremisten an diesem Mittwoch sei klar, dass viele Probleme noch nicht gelöst seien. Geselle rief dazu auf, wachsam zu bleiben und entschieden Haltung zu zeigen gegen Rassismus, Menschenverachtung, Rechtsextremismus, Gewalt und Terror.

Halit Yozgats Eltern zeigten sich berührt von der Anteilnahme der Menschen. „Unser einziger Wunsch ist, dass unser Sohn Halit und alle Halits nicht vergessen werden“, sagte Vater Ismail Yozgat. Er forderte unter anderem die Freigabe der hessischen NSU-Akten. Die Papiere waren zunächst für 120 Jahre als geheim eingestuft worden, was später auf 30 Jahre verringert wurde. dpa

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