Gegen Jugendkriminalität: Haus des Jugendrechts eröffnet

In Kassel nimmt das sechste hessische Haus des Jugendrechts seine Arbeit auf. Dort arbeiten künftig mehrere staatliche und städtische Stellen koordiniert zusammen, um Jugendkriminalität effektiv zu bekämpfen. „Mit den Häusern des Jugendrechts setzen wir konsequent um, was wir uns vorgenommen haben: Die Jugendkriminalität zu bekämpfen, ohne die oft sehr jungen Opfer und Täter aus dem Blick zu verlieren“, sagte Justizministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) am Mittwoch anlässlich der Eröffnung.

Kassel - Nur gemeinsam mit Justiz, Polizei und Stadt gelinge effektive Kriminalitätsbekämpfung. Man wolle und könne hier Lebenswege beeinflussen – und müsse, wenn notwendig, auch ein klares Stoppzeichen aufzeigen, sagte die Ministerin. „Unser Ziel ist es, kriminelle Karrieren im Keim zu ersticken. Deshalb ist es wichtig, dass die Strafe auf dem Fuße folgt.“

Die jüngsten Zahlen belegten, dass die Häuser des Jugendrechts wirken: Zwischen 2010 und 2020 seien die Ermittlungsverfahren in Jugendsachen um rund 27 Prozent zurückgegangen, auch die Anzahl der nach Jugendstrafrecht verurteilten Jugendlichen sei zwischen 2009 und 2019 um nahezu 50 Prozent gesunken.

Mehr als eine Million Euro werden den Angaben zufolge in das Projekt investiert. Rund drei Viertel der Kosten trägt das Land Hessen. In dem neuen Haus des Jugendrechts sollen 15 Beamtinnen und Beamte des Polizeipräsidiums Nordhessen, drei Staatsanwältinnen und Staatsanwälte sowie sieben Beschäftigte der Jugendgerichtshilfe unter einem Dach zusammenarbeiten. Es gibt bereits drei weitere Häuser des Jugendrechts in Frankfurt sowie jeweils eines in Wiesbaden und Offenbach. dpa

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