Polizei
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Ein Streifenwagen der Polizei steht auf einer Straße.

Geld, Waffen und Drogen verschwinden aus Asservatenkammern

Aus den Asservatenkammern der hessischen Polizei sind in den vergangenen zehn Jahren Waffen, Betäubungsmittel und Bargeld verschwunden. Innenminister Peter Beuth (CDU) nannte auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion in Wiesbaden insgesamt 32 Fälle, bei denen sich in diesem Zeitraum die Asservate nicht mehr in der Verwahrung befanden oder deren Verbleib ungeklärt sei.

Wiesbaden - In drei dieser Fälle sei ein Diebstahl von Asservaten festgestellt und der Verbleib der gelagerten Dinge geklärt worden, erklärte der Innenminister. In fünf Fällen dauerten die Ermittlungen zu möglichen strafbaren Handlungen noch an. Bei den restlichen Fällen würden die Erfassungs- und Dokumentationsschritte eingehend geprüft.

Bei den abhandengekommenen Asservaten handelte es sich laut Beuth etwa um zwölf Waffen oder Waffenteile sowie eine Patrone, geringe Mengen Betäubungsmittel, Bargeld in Höhe von 260 US-Dollar und insgesamt 84.359,66 Euro. Dazu kamen drei Fahrräder, sieben Uhren, ein Aktenordner, sechs Elektronikgeräte und zehn Speichermedien. Vermisst wurden auch 129 Genuss- und Lebensmittel, fünf Stangen Zigaretten, 31 Textilien, zehn Halsketten, 210 Kosmetikartikel sowie neun sonstige Gegenstände.

In der hessischen Polizei würden im Jahresdurchschnitt rund 200.000 Asservate von den Polizeibehörden neu verwahrt, teilte der Minister auch auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion mit. Dabei handele es sich um Asservate, die im Rahmen der Strafverfolgung sowie zur Gefahrenabwehr in amtliches Gewahrsam genommen wurden. Vor allem bei Verbrechenstatbeständen finde eine langjährige Aufbewahrung einer Vielzahl von Asservaten statt.

Im Frühjahr war bekannt geworden, dass aus der Asservatenkammer des Frankfurter Polizeipräsidiums mehr als 100 Waffen und Munition verschwunden sind. Es wurde ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Bestechlichkeit und der Verletzung von Dienstgeheimnissen gegen einen Polizeibeamten des Polizeipräsidiums in Frankfurt eingeleitet. dpa

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