Prozess gegen Franco A.
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Der angeklagte Bundeswehroffizier Franco A. betritt das Gerichtsgebäude.

Gericht untersucht Doppelleben von Offizier Franco A.

Im Prozess gegen den unter Terrorverdacht stehenden Bundeswehroffizier Franco A. hat das Oberlandesgericht Frankfurt am Donnerstag weiter das Doppelleben des Angeklagten als syrischer Flüchtling untersucht. Befragt wurde die Verwaltungsangestellte, die den 32-Jährigen Ende Dezember 2015 in der Gießener Erstaufnahmeeinrichtung registriert hat. Die Zeugin berichtete, dass sie damals pro Tag bis zu 200 Asylbewerber registriert habe.

Frankfurt/Main - Dass Franco A. französisch sprach sowie christlichen Glauben und den Vornamen David angab, sei „nicht besonders fragwürdig“ gewesen.

Auch andere Christen mit demselben Vornamen sowie französisch sprechende Flüchtlinge hätten sich zuvor schon registrieren lassen. Die Zeugin sagte, sie habe damals im Schnitt fünf Minuten Zeit pro Flüchtling gehabt. Nähere Fragen zur Richtigkeit der Angaben seien nicht zu diesem, sondern zu einem späteren Zeitpunkt im Asylverfahren vorgesehen gewesen.

Franco A. wird die Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Straftat zur Last gelegt. Er soll Anschläge auf Politiker geplant haben. Aus Sicht der Ankläger sollte die gefälschte Identität dazu dienen, dass sich der Verdacht nach einem Anschlag gegen Flüchtlinge richtet und das Vertrauen in die Asylpolitik erschüttert. Die Bundesanwaltschaft sieht eine völkisch-nationalistische Haltung als Motiv.

A. war im Februar 2017 in Wien festgenommen worden, als er eine Pistole aus einem Versteck in einer Flughafentoilette holen wollte. Die Vorwürfe bestreitet A. größtenteils. Als Flüchtling habe er sich ausgegeben, um Missstände im Asylsystem aufzudecken. dpa

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