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Gesundheitsamtschef: Maßnahmen wissenschaftlich bewerten

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Gesundheitsamtschef Peter Tinnemann
Peter Tinnemann, Leiter des Frankfurter Gesundheitsamts. © Arne Dedert/dpa/Archivbild

Die Gesundheitsämter sind digital weiterhin nicht ausreichend ausgestattet, sagt der Frankfurter Amtschef Peter Tinnemann. Jetzt wollen sie stärker zusammenarbeiten.

Frankfurt/Main - Der Leiter des Frankfurter Gesundheitsamts wünscht sich, dass der Erfolg der Corona-Maßnahmen mit Zahlen belegt wird. Die kostenlosen Bürgertests zum Beispiel sieht Peter Tinnemann kritisch. Das Angebot koste viel Steuergeld, der Bürger habe daher einen Anspruch darauf, „dass man jetzt wissenschaftlich untersucht, was es gebracht hat“. Er habe das Gefühl, dass man damit nur ganz wenige Fälle entdeckt habe, sagte Tinnemann der Deutschen Presse-Agentur.

Während der Pandemie sei es in Frankfurt wichtig gewesen, „vor die Lage zu kommen“. Dazu habe es gehört, Entscheidungen schnell zu treffen und umzusetzen. „Im Verlauf der Pandemie aber waren viele Entscheidungen auf Bundesebene politisch motiviert, auch diese wurden häufig schnell getroffen und sofort in Verordnungen und Erlasse umgesetzt. Oft wäre es besser gewesen, man hätte diese vorher mit den Gegebenheiten vor Ort abgeglichen“, sagte der Facharzt für öffentliches Gesundheitswesen.

Gegen manche spontanen Wünsche der Bundesebene habe sich das Frankfurter Gesundheitsamt gewehrt, berichtete Tinnemann. Zum Beispiel die Idee, nach den ersten Omikron-Fällen in Südafrika alle Passagiere bei der Einreise am Frankfurter Flughafen zu testen. Ein solches „Entry Screening“ hätte nach Einschätzung des Gesundheitsamts „wenig gebracht, viel gekostet und darüber hinaus den Flughafen lahmgelegt“.

Größte Baustelle aktuell ist aus Sicht des Gesundheitsamtsleiters die IT. „Wir sind digital weiterhin nicht ausreichend aufgestellt. Das ist den Mitarbeitenden und der Bevölkerung nicht mehr vermittelbar. Da brauchen wir Expertise und Unterstützung von denen, die das können.“

Weil es bei der landesweiten Digitalisierung zu langsam vorangehe, griffen die Gesundheitsämter zur Selbsthilfe. Das Gesundheitsamt Köln habe zum Beispiel ein Tool zum Nachverfolgen von Kontaktpersonen entwickeln lassen. „Das hätte uns und allen anderen Ämtern sehr geholfen, wenn das für alle verfügbar wäre.“ Es brauche mehr Zusammenarbeit. „Dazu haben sich die Gesundheitsämter der Großstädte bereits verabredet.“ dpa

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