Schreckliche Taten

Kindesmissbrauch: Fünfjähriger aus Staufenberg unter den Opfern – Auch Anzeige aus Kreis Gießen

  • Melanie Gottschalk
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Nachdem die Polizei in Münster Fälle von Kindesmissbrauch aufgedeckt hat, sitzt auch ein Mann aus Staufenberg bei Gießen in U-Haft. Sein fünfjähriger Sohn soll unter den Opfern sein.

  • Fälle von schwerem Kindesmissbrauch aufgedeckt
  • Auch Mann aus Staufenberg bei Gießen in Untersuchungshaft
  • Sein fünfjähriger Sohn befindet sich unter den Opfern

Update, 9.6.2020: Gegen den 30-Jährigen aus Staufenberg, der wegen des Verdachts des schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern im Zusammenhang mit Taten in Münster in Untersuchungshaft sitzt, wird jetzt auch in Gießen ermittelt. 

Anlass sei die Anzeige eines Mannes, dessen Kind mit dem Sohn des Staufenbergers befreundet sei und bei ihm übernachtet habe, teilte Rouven Spieler, Sprecher der Staatsanwaltschaft Gießen, auf Anfrage mit. Der fünfjährige Sohn des Beschuldigten gehört laut Münsteraner Ermittlern zu den Opfern der dortigen Missbrauchsfälle, die seit vergangenem Wochenende bundesweit für Entsetzen sorgen.

Bei den Ermittlungen zu der Strafanzeige stünden Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft noch »ganz am Anfang«, sagte Spieler. Zurzeit würden Zeugen vernommen. Bislang sei der Verdächtige bei der Gießener Staatsanwaltschaft nicht aktenkundig gewesen, so Spieler weiter.

Erstmeldung, 6.6.2020: Es sind Taten, die Erschüttern. Die Polizei in Münster hat Fälle von Kindesmissbrauch aufgedeckt, deren Ausmaß noch völlig offen ist. Insgesamt wurden elf Verdächtige in mehreren Bundesländern festgenommen – darunter auch in Hessen. Sieben Beschuldigte sitzen in Untersuchungshaft. Und auch wenn die Ermittler noch ganz am Anfang stehen, werden immer mehr Details bekannt

Der Hauptbeschuldigte ist ein 27-Jähriger aus Münster. Bei den sechs weiteren Beschuldigten, gegen die Haftbefehl erlassen wurde, handele es sich um dessen 45 Jahre alte Mutter aus Münster sowie um Männer aus Staufenberg bei Gießen (30 Jahre alt), Hannover (35), Schorfheide in Brandenburg (42), Kassel (43) und Köln (41). Die Ermittler hätten „unfassbare“ Bilder sehen müssen, sagte der Leiter der Ermittlungen, Joachim Poll.

Beschuldigter aus Staufenberg bei Gießen unter den Inhaftierten – sein Sohn soll eines der Opfer sein

Mindestens vier der Männer sollen wechselweise einen 5- und einen 10-jährigen Jungen in einer Gartenlaube in Münsters Norden über Stunden schwer sexuell missbraucht und die Taten teils gefilmt haben. 

Bei den Opfern soll es sich um den zehn Jahre alten Sohn der Lebensgefährtin des 27 Jahre alten Mann aus Münster sowie den fünf Jahre alten Sohn des Mannes aus Staufenberg bei Gießen handeln. Das habe die Auswertung einer bereits gelöschten Festplatte ergeben, die die Ermittler fanden. 

Auch der Neffe eines Beschuldigten aus Kassel unter den Opfern

Bei dem dritten Opfer handelt es sich den Ermittlern zufolge um den 12-jährigen Neffen des Beschuldigten aus Kassel. Dieser soll den Jungen missbraucht haben, wie aus sichergestellten Daten des 27-jährigen Münsteraners hervorgehe. Alle Opfer, die aus Münster, sowie Staufenberg bei Gießen und Kassel in Hessen kommen, werden derzeit von den zuständigen Jugendämtern betreut. Die Kinder sollen vor den Taten betäubt worden sein.

Ausgangspunkt der Ermittlungen ist ein Verfahren aus dem Jahr 2018 gewesen; damals hatte eine unbekannte Person Daten mit Kinderpornografie übers Internet angeboten. Über eine ermittelte IP-Adresse hat die Spur zu dem landwirtschaftlichen Betrieb in Münster geführt. Im Missbrauchsfall Bergisch Gladbach hat es bundesweite Razzien gegen 50 Tatverdächtige gegeben.

msb mit dpa

Rubriklistenbild: © dpa/Guido Kirchner

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