Diesen Pferdetransporter hat die Polizei auf der A45 bei Wetzlar aus dem Verkehr gezogen.
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Diesen Pferdetransporter hat die Polizei auf der A45 bei Wetzlar aus dem Verkehr gezogen.

Tiertransport bei Wetzlar gestoppt

Pferde unter „desolaten“ Umständen hunderte Kilometer eingepfercht

  • Alexander Gottschalk
    VonAlexander Gottschalk
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Die Polizei hält auf der A45 bei Wetzlar einen Sprinter mitsamt Gespann an. Das Fahrzeug ist in miserablem Zustand – soll aber drei Pferde in die Niederlande bringen.  

Wetzlar – Die Polizei hat in der Nähe von Wetzlar einen fragwürdigen Pferdetransport gestoppt. Es besteht der Verdacht, dass die Verantwortlichen gegen das Tierschutzgesetz verstoßen haben. Die Ordnungshüter stellten erhebliche Mängel an dem umgebauten Fahrzeug fest. Auch die Gesamtumstände, unter denen die Pferde untergebracht waren, sollen „desolat“ gewesen sein, wie es in einer Mitteilung vom Donnerstag (04.11.2021) hieß. Die Tiere wurden vorübergehend in der Nähe von Gießen einquartiert Von dort sollen sie auf artgerechte Weise in die Niederlande weiterreisen, wo der Käufer auf sie wartet.

Kontrolle auf der A45 bei Wetzlar: Zeuge meldet Pferdetransport bei Polizei

Als die Polizisten am vergangenen Donnerstag (28.10.2021) den Sprinter auf der A45 bei Wetzlar aus dem Verkehr zogen, hatten die Pferde bereits einen Weg von rund 1000 Kilometern von Ungarn nach Mittelhessen hinter sich, berichteten die Beamten. Ein aufmerksamer Autofahrer meldete das Gespann jedoch lange, bevor dieses sein Ziel erreichen konnte – offenbar aus gutem Grund. Bei der Kontrolle stellte sich heraus, dass der Transporteur keine Erlaubnis für den Tiertransport vorweisen konnte. Drei Pferde hatte er geladen, eines auf dem Anhänger, zwei weitere auf der Ladefläche eines Renault Master.

Die Seitenwand des Sprinter fehlte beinahe komplett, dafür gab es dort zwei eine große Metallklappen, durch die die Pferde offenbar verladen worden waren. „Ohne Einstreu standen die Tiere auf dem blanken Boden des Renault, der sich als äußerst verunreinigt darstellte“, teilte die Polizei mit. Fressen und Trinken habe es nicht gegeben. Der Unterboden, auf dem die Tiere standen, sei durchgerostet, die Bretter darüber verrottet gewesen. „Aufgrund der desolaten Gesamtumstände“ habe man das Veterinäramt hinzugezogen.

Mangelhafter Pferdetransporter auf der A45 bei Wetzlar aus Verkehr gezogen

Bei der Überprüfung des Gespanns machte die Technische Überwachung Wetzlar später „vierzehn, zum Teil schwerwiegende Mängel“ aus und stufte es als „nicht mehr verkehrstauglich“ ein. Laut Polizei verlor beispielsweise der undichte Motor Öl, die Bremsen waren mangelhaft und das Radlager ausgeschlagen. Die Umbauten an dem Renault sollen außerdem nicht überprüft oder eingetragen gewesen sein. Die Polizei stellte das Kennzeichen des Sprinters sicher, der 33-Jährige durfte nicht weiterfahren. Ihn erwartet ein Strafverfahren, für das er vorab eine Sicherheitsleistung von 600 Euro zahlen musste. Das Veterinäramt kümmerte sich derweil um die Unterbringung der Pferde. (ag)

Auch diese Nachricht forderte Pferdeliebhabern im Sommer starke Nerven ab: Im benachbarten Landkreis Marburg-Biedenkopf wurden zwei Pferden erhebliche Schnittwunden zugefügt.

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