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Glasners Corona-Vortrag: Drei Punkte für Grabowski?

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Eintracht-Coach Glasner
Eintracht-Coach Glasner in Berlin. © Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

Viele Fälle in der 2. Liga, Spielabsagen in der Bundesliga: Corona ist im Profifußball wieder präsent. Frankfurts Coach Glasner wirbt nun für einen neuen Umgang. Das Spiel gegen Bochum am Sonntag steht unter besonders emotionalen Vorzeichen.

Frankfurt/Main - Auf das „leidige Thema“ Corona hat Oliver Glasner gar keine Lust mehr. Als die Pressekonferenz von Eintracht Frankfurt am Freitag zur Pandemie-Sprechstunde zu werden drohte, griff der Pressesprecher des Clubs ein und bat vor dem Bundesliga-Spiel gegen den VfL Bochum am Sonntag (17.30 Uhr/DAZN) um sportliche Fragen. Zuvor hatte Glasner in einem energischen Vortrag die bisherigen Regularien und die Quarantäne für Corona-Infizierte in Frage gestellt.

„Man muss sich schon langsam die Frage stellen, ob es sinnvoll ist, wenn jemand dreimal am Tag schnäuzen muss, dass er eine Woche in Quarantäne geschickt wird. Oder ob wir nicht sagen: Lernen wir endlich mal, mit Corona zu leben“, sagte Glasner am Freitag vor der Bundesliga-Partie, die sich zwischen die beiden Europa-League-Matches gegen Betis Sevilla schiebt. Mit der neuen Omikron-Variante müsse man „vielleicht die Maßnahmen überdenken und anpassen“.

Bei mehreren Proficlubs hatte es zuletzt einige Corona-Fälle gegeben, zwei Bundesliga-Spiele des FSV Mainz 05 wurden coronabedingt abgesagt. Im Eintracht-Kader seien alle geimpft, geboostert oder genesen. Glasner warb deshalb dafür, die heutige Situation nicht mehr mit der von vor zwei Jahren oder einem Jahr zu vergleichen. Es sei „Zeit, dass man sich ein Szenario zurechtlegt, mit Corona leben zu lernen, ohne dass teilweise gesunde Menschen in Quarantäne gesteckt werden“, fügte der Österreicher an.

Glasner selbst berichtete, er habe jüngst nach Symptomen mehrere Corona-Tests absolviert, die alle negativ ausgefallen seien. „Es gibt ihn doch noch, den ganz normalen Schnupfen und den ganz normalen Husten. Kaum zu glauben, aber ich hatte ihn“, sagte der 47 Jahre alte Trainer, den das Thema sichtlich bewegt. Glasner beteuerte aber auch mehrere Male, die Corona-Lage in Österreich intensiver zu verfolgen als hierzulande.

Das anstehende Heimspiel gegen Bochum wird für die Hessen ein besonderes, denn es wird das erste nach dem Tod von Vereinslegende Jürgen Grabowski. Mit Trauerflor und einer Schweigeminute wird die Eintracht am Sonntag ihr gestorbenes Idol ehren. „Er hat für die Eintracht und den deutschen Fußball sehr viel geleistet. Es ist ein ganz, ganz trauriger Tag. Vielleicht können wir am Sonntag mit einem Sieg einen kleinen Gruß nach oben schicken“, sagte Glasner, der zwar viele Geschichten von Grabowski gehört hat, den Weltmeister von 1974 aber nicht persönlich kennenlernen konnte.

Glasner macht sich keine Sorgen, dass seine Profis den am Donnerstag wartenden Europapokal-Abend gegen Betis bereits im Kopf haben. Allgemein sei er verwundert, dass er ständig gefragt werde, wovor er Angst habe. „Es geht uns gut, die Sonne scheint, das Wetter ist gut, wir haben erst zwei Spiele nacheinander gewonnen. Wir trauen uns zu, das dritte Spiel in Serie zu gewinnen“, sagte der Österreicher.

Einzelne Wechsel im Vergleich zum 2:1 in Spanien sind demnach denkbar, eine Totalrotation schließt er aus. „Weil ich selbst zwei sehr, sehr schlechte Erfahrungen damit gemacht habe, in Linz und in Wolfsburg“, begründete Glasner. Mit Ausnahme des fraglichen Außenbahnspielers Danny da Costa stehen ihm alle Akteure zur Verfügung. dpa

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