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Goodyear muss für den geplanten Stellenabbau ordentlich Kritik einstecken.

Gewerkschaft teilt aus

Goodyear Dunlop baut massiv Arbeitsplätze ab - und erntet harte Kritik

Schock in Hanau: Goodyear Dunlop streicht 1100 Arbeitsplätze. Dafür muss der Reifenhersteller ordentlich Kritik von der Gewerkschaft einstecken.

Update, 20. März, 12 Uhr: Die Gewerkschaft IG BCE kritisiert den geplanten Abbau von 1100 Stellen bei Goodyear Dunlop in Hessen. Der Kahlschlag sei auf eine "Verkettung von Managementfehlern" bei dem Reifenhersteller zurückzuführen, sagte Osman Ulusoy, stellvertretender Landesvorsitzender der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie und Energie, am Mittwoch. Die Manager in den USA und fürs Europageschäft in Brüssel hätten falsche Entscheidungen getroffen mit Blick auf den Automarkt.

Goodyear Dunlop hatte am Dienstag angekündigt, 1100 Stellen zu streichen, 610 von derzeit 1400 in Hanau und 490 von 1520 in Fulda. Der Abbau soll im kommenden Jahr beginnen und im ersten Quartal 2022 abgeschlossen sein. "Wir sind schockiert und werden in Verhandlungen um jede Stelle kämpfen", sagte Ulusoy. Auch Politiker zeigten sich betroffen. Der Fuldaer Landrat Bernd Woide (CDU) sprach von einer "erschütternden Nachricht". Das Unternehmen sei ein "bedeutender Arbeitgeber und wichtiger Motor unseres Wirtschaftsraums".

Goodyear Dunlop streicht 1100 Arbeitsplätze

Erstmeldung, 19. März: Fulda/Hanau - Der in Hanau ansässige Reifenhersteller Goodyear Dunlop streicht 1100 Arbeitsplätze. Vom Stellenabbau betroffen seien der Stammsitz in Hanau und das Werk in Fulda, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Jürgen Titz, Vorsitzender der Geschäftsführung von Goodyear Dunlop Tires Germany, sagte: "Jeder Stellenabbau ist mit einer extrem schwierigen Entscheidung verbunden - aber eine, die wir treffen müssen, um beide Werke zukunftsfähig zu machen." Man wolle den Personalabbau sozialverträglich gestalten. In Hanau arbeiten derzeit 1400 und in Fulda 1520 Beschäftigte, wie das Unternehmen auf Anfrage mitteilte. Angaben, wie sich der Stellenabbau verteilen soll, wurden nicht gemacht.

Goodyear Dunlop streicht an den Standorten in Hanau und Fulda massiv Stellen.

106 Millionen Euro für Modernisierung

Unterdessen plant das Unternehmen 106 Millionen Euro zur Modernisierung der Werke in Hanau und Fulda zu investieren. Damit sollten Leistungsfähigkeit und Produktivität steigen. Die Standorte sollen sich auf eine automatisierte Produktion von Pkw-Reifen ab Zollgröße 17 bei Premiumprodukten konzentrieren. Zugleich würden die Kapazitäten für kleine, weniger profitable Reifengrößen in beiden Werken reduziert. Insgesamt werde die Gesamtkapazität der beiden Werke um rund drei Millionen Reifen pro Jahr sinken.

Goodyear Dunlop ist nach eigenen Angaben einer der größten Reifenhersteller Deutschlands und beschäftigt 6400 Mitarbeiter. Die fünf Produktionsorte befinden sich neben Hanau und Fulda in Wittlich (Rheinland-Pfalz), Riesa (Sachsen) und Fürstenwalde (Brandenburg). Europäische Zentrallager hat Goodyear in Philippsburg (Baden-Württemberg) und Wittlich. Weltweit beschäftigt das Unternehmen 64.000 Mitarbeiter in 22 Ländern. (dpa)

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Beim Reifenhersteller Goodyear Dunlop droht nach Angaben des Betriebsrates ein massiver Personalabbau. 1100 von insgesamt 7600 Stellen an den deutschen Standorten sollen den Arbeitnehmervertretern zufolge gestrichen werden.

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