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Handel sieht nach Ende von 2G „keinen Grund zum Aufatmen“

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2G-Regel im Einzelhandel
Ein Mann geht an einem Schaufenster vorbei. © Christophe Gateau/dpa/Symbolbild

Eine Woche nach dem Ende der 2G-Regelung im hessischen Einzelhandel zeigt sich die Branche zwar erleichtert über den Schritt, doch gebe es insgesamt „keinen Grund zum Aufatmen“. Für viele Einzelhändler sei die aktuelle Lage weiterhin herausfordernd, teilte der Handelsverband Hessen am Montag in Frankfurt auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit.

Frankfurt - In den vergangenen beiden Corona-Jahren hätten viele Händler auf Rücklagen und Eigenkapital zurückgreifen müssen. „Dies hat zur Folge, dass notwendige Investitionen in die Ladenausstattung, die Digitalisierung und das Einkaufserlebnis nicht getätigt werden können.“

Hinzu komme eine „fehlende Planungssicherheit und Verlässlichkeit hinsichtlich der Landes- und Bundespolitik“ bei der Umsetzung von Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung. Man begrüße aber die Aufhebung der 2G-Regel, wonach zuvor nur geimpfte und genesene Personen Zutritt zu vielen Geschäften hatten. Die Regel habe personal- und kostenintensive Kontrollen des Impf- und Genesenennachweises sowie von Ausweisdokumenten mit sich gebracht. Auch die Kundinnen und Kunden sähen den Wegfall positiv. Die Maßnahmen hätten die Kundenfrequenz beeinträchtigt und das allgemeine Einkaufserlebnis gestört. Der Handel habe bewiesen, dass er sich seiner Verantwortung bewusst und auch dank umfangreicher Hygienekonzepte kein Pandemietreiber sei.

Neben der Pandemie bringe auch die Umsatzverschiebung in den Onlinehandel vor allem den innerstädtischen Handel unter Druck. Während die Umsätze im Online-Handel in diesem Jahr nach Prognosen des Handelsverbandes Deutschland um 13,5 Prozent zulegen dürften, werde für den stationären Handel lediglich ein Umsatzplus von 1,2 Prozent erwartet - wobei sich der Zuwachs primär aus einem Plus im Lebensmitteleinzelhandel speisen dürfte. Andere Handelszweige wie etwa der Bekleidungshandel verzeichneten dagegen kräftige Rückgänge. „Deshalb müssen die politischen Entscheider in Berlin und Wiesbaden dafür sorgen, dass Innenstädte und Stadtteile in den politischen Fokus gestellt werden“, hieß es vom Verband. dpa

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