Eine Klinik-Mitarbeiterin zieht den Covid-19 Impfstoff von Biontech/Pfizer für eine Impfung auf eine Spritze.
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Knapp drei Wochen nach der Erstimpfung ist es in einem Seniorenheim in Hessen zu einem Corona-Ausbruch gekommen. (Symbolbild)

Corona-Ausbruch nach Erstimpfung

Corona in Hessen: Weitere Infektionen nach Erstimpfung – Zwei Betroffene in Klinik

  • Lena Karber
    vonLena Karber
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In einem hessischen Seniorenheim ist es nach der ersten Impfung zu einem Corona-Ausbruch gekommen. Insgesamt 51 Personen wurden positiv auf das Virus getestet.

  • Nach Erstimpfung: 51 Corona-Fälle in Pflegeheim in Hessen
  • Zwei Bewohner befinden sich in stationärer Behandlung im Krankenhaus.
  • Ob der Ausbruch auf eine Corona-Mutation zurückzuführen ist, ist noch nicht klar

Update, 09.02.2021, 09.55 Uhr: In dem Pflegeheim in Solms, wo es 16 Tage nach der Erstimpfung zu einem Corona-Ausbruch gekommen ist, hat sich das Coronavirus nicht weiter verbreitet. Nach Auskunft von Peter Müller, Sprecher der „Victor‘s Group“, die die Einrichtung in Solms nahe Wetzlar im Lahn-Dill-Kreis betreibt, hat sich die Zahl der Infizierten nicht erhöht. „Wir hoffen sehr, dass das so bleibt“, sagte er. In der vergangenen Woche waren insgesamt 51 Personen positiv auf das Virus getestet worden - darunter 19 Mitarbeiter.

Die Versorgung der Bewohner könne nach wie vor vollumfänglich gewährleistet werden, versicherte Müller. Die erste Mitarbeiterin sei bereits zurück am Arbeitsplatz, die anderen 18 befänden sich noch in häuslicher Quarantäne. „Wir rechnen damit, dass in der kommenden Woche die meisten Mitarbeiter mit ehemals positivem Testergebnis vom Gesundheitsamt wieder als genesen eingestuft werden“, so Müller.

Zwei der 32 infizierten Bewohner befinden sich derzeit im Krankenhaus, der Rest kann nach wie vor im Pflegeheim versorgt werden. Den infizierten Personen gehe es „den Umständen entsprechend gut“, teilte Müller mit. Ob der Ausbruch auf mutierte Viren zurückzuführen ist, ist weiterhin unklar. „Die Labore suchen weiter nach Mutationen“, sagte Müller. Bislang gebe es jedoch noch keine Ergebnisse.

Milder Verlauf in Pflegeheim in Hessen: Zeigt die Erstimpfung Wirkung?

Update, 07.02.2021, 10.39 Uhr: Nach dem Corona-Ausbruch in einer Seniorenresidenz in Hessen kurz nach der Erstimpfung scheint es den Infizierten vergleichsweise gut zu gehen. „Bisher geht es allen Infizierten den Umständen entsprechend gut, es musste noch niemand ins Krankenhaus“, erklärte ein Sprecher der „Victor‘s Group“, die die Einrichtung in Solms nahe Wetzlar im Lahn-Dill-Kreis betreibt, gegenüber dem Hessischen Rundfunk.

Nach der Corona-Erstimpfung waren in dem Pflegeheim in Hessen 51 Personen positiv auf das Corona-Virus getestet worden. Unter den Infizierten sind 32 Bewohner im Alter von rund 80 Jahren. Bereits kurz nach Bekanntwerden des Corona-Ausbruchs hatte Victor‘s Group-Pressesprecher Peter Müller auf Anfrage auf einen glimpflichen Verlauf bei den Senioren gehofft: „Das ist unsere Vermutung, weil der Impfstoffhersteller eine Schutzquote von bis zu 50 Prozent nach der ersten Impfung angegeben hat und wir davon ausgehen können, dass Antikörper bereits gebildet wurden, wenn auch womöglich nicht in ausreichender Zahl.“ Fast alle Infizierten waren am 8. Januar erstmals gegen das Corona-Virus geimpft worden. 16 Tage später wurde in der Pflegeeinrichtung in Solms bei Wetzlar dann der erste positive Fall nachgewiesen.

Hessen: Corona-Ausbruch in Pflegeheim nach Erstimpfung

Erstmeldung, 04.02.2021, 12.16 Uhr: Corona-Ausbruch nach Erstimpfung in Hessen: In einer Seniorenresidenz in der Nähe von Wetzlar im Lahn-Dill-Kreis wurde bei insgesamt 51 Personen eine Corona-Infektion nachgewiesen. Fast alle Infizierten waren am 8. Januar erstmals gegen das Corona-Virus geimpft worden. 16 Tage später wurde in der Pflegeeinrichtung dann der erste positive Fall nachgewiesen.

Betroffen sind 32 Bewohner und 19 Mitarbeiter eines Pflegeheims in Solms, das insgesamt über 115 Plätze verfügt. Laut Peter Müller, Pressesprecher der „Victor‘s Group“, die die Einrichtung betreibt, waren 27 der 32 infizierten Bewohner und 6 der 19 infizierten Mitarbeiter bereits erstgeimpft. Bei der Corona-Impfung war, wie mittelhessen.de vermeldete, der Biontech-Impfstoff zum Einsatz gekommen.

Die zweite Impfung, die in dieser Woche stattfinden sollte, konnte wegen des Corona-Ausbruchs nicht wie geplant durchgeführt werden. Nur die nicht-infizierten Bewohner des hessischen Pflegeheims haben am Mittwoch ihre zweite Impf-Dosis erhalten.

Virus-Mutationen breiten sich in Hessen aus: Noch keine Erkenntnisse zu Corona-Ausbruch in Solms

Ob der Corona-Ausbruch auf eine Virus-Mutation zurückzuführen ist, ist noch unklar. Bundesweit hat das Robert Koch-Institut bislang Kenntnis über 181 Fälle, bei denen mutmaßlich eine Infektion mit einer Mutation des Typs B.1.1.7, der zuerst in Großbritannien nachgewiesen worden war, vorliegt. 77 Fälle wurden mittels Sequenzierung bestätigt, bei 104 Fällen liegt nach Angaben des RKI „ein begründeter Verdacht“ vor. Betroffen sind bislang 12 Bundesländer, darunter Hessen, wo unter anderem drei Fälle am Klinikum in Wetzlar festgestellt worden waren. Das Klinikum hatte daraufhin am Montag einen Aufnahme-Stopp verhängt. Eine Kita im Rheingau-Taunus-Kreis, die ebenfalls vorübergehend geschlossen hatte, ist inzwischen wieder geöffnet.

Nach Coronaausbruch in Pflegeheim: Durch Erstimpfung möglicherweise milderer Verlauf

Die Virus-Mutationen aus Südafrika und Großbritannien stehen unter dem Verdacht, um ein Vielfaches ansteckender zu sein als die herkömmliche Corona-Variante. Laut Studien besteht ein vollständiger Impfschutz jedoch auch bei der nicht-mutierten Virus-Variante erst einige Tage nach der Zweitimpfung. Allerdings soll bereits die erste Dosis zu einem milderen Verlauf der Erkrankung beitragen.

Laut Victor‘s Group-Pressesprecher Müller hofft man deshalb, dass der Ausbruch glimpflicher verlaufen wird als es vor der ersten Impfung der Fall gewesen wäre. „Das ist unsere Vermutung, weil der Impfstoffhersteller eine Schutzquote von bis zu 50 Prozent nach der ersten Impfung angegeben hat und wir davon ausgehen können, dass Antikörper bereits gebildet wurden, wenn auch womöglich nicht in ausreichender Zahl“, teilt Müller auf Anfrage mit.

In Hessen hatten bis zum Wochenbeginn laut Angaben des Innenministeriums 65 Prozent der Bewohner von Alten- und Pflegeheimen die erste Dosis erhalten.

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