Die Vorsitzende der hessischen FDP, Bettina Stark-Watzinger, hält bei einem Landesparteitag eine Rede.
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Würde mehr auf positive Anreize setzen, um die Impfquote zu steigern: Die Vorsitzende der hessischen FDP, Bettina Stark-Watzinger.

Corona-Strategie der Bundesregierung

Hessens FDP-Chefin gegen Abschaffung der kostenlosen Corona-Tests – „Bestrafung falscher Weg“

  • Matthis Pechtold
    VonMatthis Pechtold
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Ab Mitte Oktober soll es keine kostenlosen Corona-Tests mehr geben. Die hessische FDP-Chefin Bettina Stark-Watzinger würde lieber auf Anreize anstatt „Bestrafung“ setzen.

Fulda – Hessens FDP-Chefin Bettina Stark-Watzinger spricht sich gegen ein Ende der kostenlosen Bürgertests aus. „Ich halte den Weg der Bestrafung über das Bezahlen für falsch, wir sollten mehr auf die Menschen zugehen und ihnen einen Anreiz bieten“, sagte Stark-Watzinger in einem Interview der Fuldaer Zeitung vom Samstag (14.08.2021). Mit mobilen Impfteams könne man die Menschen direkt erreichen.

Die Abschaffung der kostenlosen Tests auf eine Infektion mit dem Coronavirus* hält Stark-Watzinger auch aus einem anderen Grund für falsch: „Wir haben 30 Millionen Menschen in unserem Land, die noch nicht geimpft sind, und das sind nicht alles Leute, die sich nicht impfen lassen wollen“, sagte sie der Zeitung. „Solange noch nicht 80 Prozent der Bevölkerung geimpft oder genesen sind, brauchen wir verpflichtende Tests, um das Virus in Schach zu halten.“

Hessens FDP-Chefin kritisiert Beschluss von Bund und Ländern zum Ende der kostenlosen Bürgertests

Bund und Länder haben am Dienstag (10.08.2021) beschlossen, vom Bund finanzierte Tests ab dem 11. Oktober nicht mehr anzubieten. Die Impfung stelle nun den wichtigsten Schutz vor dem Virus dar, begründete man den Schritt. Für Schwangere, Kinder und Jugendliche unter 18 sowie Personen, denen eine Impfung derzeit nicht empfohlen wird, sollen Antigen-Schnelltests aber kostenlos bleiben.

Stark-Watzinger sprach sich außerdem für eine Abkehr vom Inzidenzwert als alleiniger Richtschnur für Corona-Maßnahmen aus. „Ich glaube, es ist niemanden zu vermitteln, dass wir bei einer Inzidenz von 35 eine pandemische Notlage von nationaler Tragweite haben. Das passt nicht und ist auch nicht vertrauensbildend“, sagte Stark-Watzinger.

FDP-Chef Lindner sieht Mängel in der Pandemiestrategie von Bund und Ländern

Jüngst hat sich auch FDP-Chef Christian Lindner kritisch zur Pandemiepolitik der Bundesregierung geäußert. In einem Interview mit dem Tagesspiegel forderte er, für Geimpfte und Genesene sollte das Tragen einer Maske nicht mehr Pflicht sein. Von Geimpften und Genesenen gehe keine Gefahr aus. „Also sollte der Staat nicht zum Maskentragen verpflichten“, sagte Lindner. Dass die Bundesregierung die sogenannte epidemische Lage von nationaler Tragweite über den 11. September hinaus verlängern will, stieß ebenfalls auf Kritik seitens Lindner. Der aktuelle Verlauf der Pandemie rechtfertige die Einschränkung von Freiheitsrechten nicht mehr, so Lindner. (mp/dpa) *fnp.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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