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Tarifflucht kostet Hessen jedes Jahr Milliarden: DGB fordert Reform

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Michael Rudolph, der Bezirksvorsitzende der DGB Hessen.
Michael Rudolph, der Bezirksvorsitzende der DGB Hessen, warnt: Durch Tarifflucht und Lohndumping fehlen in Hessen Milliarden. (Archiv) © Swen Pförtner/dpa

Weil jedes Jahr Milliarden verloren gehen, fordert der DGB Hessen jetzt ein schärferes Vorgehen gegen Tarifflucht und Lohndumping.

Frankfurt ‒ Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) in Hessen* hat ein schärferes Vorgehen gegen Tarifflucht und Lohndumping verlangt. Allein in Hessen gehe der Allgemeinheit pro Jahr ein Betrag von 3,4 Milliarden Euro verloren, weil Beschäftigte nicht nach Tarif bezahlt würden, sagte Bezirkschef Michael Rudolph am Montag (01.011.2021) in Frankfurt*. Den Sozialversicherungen entgingen 2,1 Milliarden Euro und dem Fiskus 1,3 Milliarden Einkommensteuer, hat der Gewerkschaftsbund auf der Grundlage von Daten des Statistischen Bundesamtes berechnet.

„Dieses Geld fehlt letztlich auch für den sozialen Ausgleich, für Investitionen in Infrastruktur, Gesundheit und in Bildung“, erklärte der Bezirksvorsitzender des DGB Hessen-Thüringen, Michael Rudolph*.

Tarifflucht und Lohndumping in Hessen: DGB will mehr Tarifbindung

Zudem schmälere die geringe Tarifbindung die individuelle Kaufkraft der betroffenen Beschäftigten. Wer in Hessen als Vollzeitkraft nicht nach Tarif bezahlt werde, habe im Jahr durchschnittlich 2100 Euro netto weniger zur Verfügung. Bei Teilzeitkräften betrage die Lücke sogar fast 4000 Euro.

Der DGB erneuerte seine Forderung, dass öffentliche Aufträge nur an tarifgebundene Firmen vergeben werden dürften. Auch müsse es leichter werden, abgeschlossene Tarifverträge für ganze Branchen als allgemeinverbindlich zu erklären. Laut DGB waren im vergangenen Jahr im Westen noch 53 Prozent der Beschäftigten tarifgebunden. (dpa) *fnp.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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