Nicht nur in Impfzentren oder bei Hausärzten können sich Bürger gegen Corona impfen lassen. Auch Betriebsärzte bieten für ihre Mitarbeiter Impfungen an, wie hier auf dem Werksgelände des Autoherstellers Opel.
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Nicht wahrgenommene Termine bei der Corona-Impfung können zum Problem werden. (Symbolbild)

Coronavirus

Geldstrafe für „Impfschwänzer“? Das sagt das hessische Sozialministerium

  • Melanie Gottschalk
    VonMelanie Gottschalk
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Wer seinen Impftermin ohne triftigen Grund verfallen lässt, soll eine Geldstrafe zahlen. Das fordert zumindest Karl Lauterbach. Wie ist die Lage in Hessen?

Frankfurt - Nach einem mehrmonatigen Corona-Lockdown im Winter und Frühling ist wieder ein bisschen Normalität in Hessen* eingekehrt. Trotzdem kann noch keine Entwarnung gegeben werden. Grund zur Freude gibt es dennoch, denn seit Juni ist es jedem Bürger möglich, sich um einen Impftermin zu bemühen, da die Impfpriorisierung aufgehoben wurde. Natürlich können nicht alle sofort gegen das Coronavirus geimpft werden, Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) ist aber zuversichtlich, dass bis zum Ende des Sommers jeder geimpft sein kann, der das auch möchte.

Doch nun kommt es zu einer Situation, die sowohl ärgerlich als auch bedenklich ist. Denn einige Bürger, die bereits einen Impftermin ergattern konnten, tauchen einfach nicht auf – ohne Absage. Der SPD-Politiker Karl Lauterbach forderte in einem Gespräch mit dem WDR deshalb dazu auf, Impfschwänzer zur Kasse zu bitten. Denn der Impfstoff ist weiterhin knapp, für Bürger, die ihren Termin ohne triftigen Grund nicht wahrnehmen, sollte deshalb „eine Strafe üblich sein“: „Menschen, die ihre Impftermine verfallen lassen, ohne sich vorher abzumelden, machen etwas, was die Impfkampagne beschädigt und auch manchmal dazu führt, dass wir Impfstoff wegschmeißen müssen“, sagte Lauterbach in dem Interview.

Corona-Impfung in Hessen weiterhin sehr beliebt

In Hessen ist die Impfbereitschaft laut des Hessischen Sozialministeriums weiterhin hoch. „Die Hessische Landesregierung begrüßt das weiterhin hohe Interesse an den Impfungen“, hieß es auf Anfrage. Man rufe die Bevölkerung weiterhin dazu auf, Impftermine, die nicht wahrgenommen werden könnten, frühzeitig abzusagen, damit die Kapazitäten anderen Impfwillen zur Verfügung stünden.

Bußgelder für nicht wahrgenommene Termine, lehnt die hessische Landesregierung hingegen ab: „Bußgelder für nicht wahrgenommene Termine erscheinen auch im Hinblick auf die Freiwilligkeit der Wahrnehmung von Impfangeboten nicht als sinnvoll“, schrieb das Sozialministerium auf Anfrage.

25 bis 30 Euro Geldstrafe für „Impfschwänzer“

Mario Czaja, Präsident des Berliner Roten Kreuzes (DRK), sprach sich, wie Karl Lauterbach, für Geldstrafen aus. Er schlug einen Betrag zwischen 25 und 30 Euro vor, den sogenannte Impfschwänzer bei Nichteinhaltung ihres Termins zahlen sollten. Ob es wirklich so weit kommt, ist jedoch fraglich. Grüne und FDP riefen die Bundesregierung beispielsweise dazu auf, mit Anreizen und Aufklärungsarbeit gegenzusteuern. (msb)

In Frankfurt können sich Impfwillige, die noch keinen Termin ergattern konnten, von Dienstag (06.07.2021) bis zum Sonntag (11.07.2021) in der Festhalle im Zuge einer Sonderimpfaktion spontan mit Johnson & Johnson impfen lassen*. *fnp.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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