Kunststoffröhrchen mit Corona-Abstrichen stehen nach dem PCR-Test in einem Labor.
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In Gießen wird gegen zwei Beschuldigte wegen Verdachts auf gewerbsmäßigen Betrug auf Grund von gefälschten PCR-Tests ermittelt (Symbolbild)

Gefälschte Testergebnisse?

Corona-Testzentren: Zwei mögliche Betrugsfälle in Hessen – Ermittlungen gegen Mitarbeiter

  • VonDavid Suárez Caspar
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In Hessen werden zwei möglichen Betrugsfälle in Corona-Testzentren untersucht. Bei dem Fall in Gießen könnten gefälschte Testergebnisse verschickt worden sein.

Update vom Dienstag, 01.06.2021, 17.55 Uhr: Nach einem möglichen Betrugsfall in einem Testzentrum in Gießen, ist nach Angaben des Landeskriminalamts (LKA) auch ein zweiter Fall in Hessen registriert worden. Demnach wurde ein Testtermin gebucht und im Voraus bezahlt, zum besagten Termin soll das Testzentrum aber geschlossen gewesen sein.

Bei dem anderen Fall in Gießen, der bereits am Montag bekannt geworden war, wird gegen zwei Angehörige einer Teststelle ermittelt. Den beiden Männern wird vorgeworfen, gefälschte PCR-Testergebnisse übersandt und pro Test zu Unrecht 79,90 Euro eingenommen zu haben. Darüber hinaus seien dem LKA jedoch keine ähnlich gelagerten Fälle übermittelt worden, auch keine betreffend der Hygienesituation, teilte die Ermittlungsbehörde mit. Das Frankfurter Gesundheitsamt bestätigte derweil, dass die Behörde die Beauftragung der Stadt für zwei Testzentren wegen „relevanter Mängel bei der Testdurchführung“ widerrufen musste.

Gefälschte PCR-Tests in Corona-Testzentrum in Hessen? Ermittlungen gegen Mitarbeiter

Erstmeldung vom 31.05.2021: Hessen/Gießen - Die Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft in Gießen ermitteln gegen zwei Männer, die in einer Corona-Testzentrale gefälschte PCR-Testergebnisse versandt haben sollen. Den beschuldigten Männern im Alter von 41 und 48 Jahren wird vorgeworfen, gefälschte negative Testergebnisse verschickt und pro Test 79,90 Euro kassiert zu haben. Das teilten Staatsanwaltschaft und Polizei gemeinsam mit. Bislang seien 177 Verdachtsfälle mit einem potenziellen Schadensvolumen von rund 14.160 Euro ermittelt worden.

Mithilfe eines Zeugenhinweises konnte die Polizei auf die Spur der mutmaßlichen Betrüger gebracht werden. Eine in Gießen auf Corona getestete Frau erhielt ihr negatives PCR-Testergebnis* mit einer falschen Uhrzeit via WhatsApp. Außerdem musste sie die Bezahlung bar verrichten. Die weiteren Ermittlungen ergaben, dass der Laborbefund gefälscht war.

Hessen: Betrug im Corona-Testzentrum in Gießen? Gefälschter Laborbericht sichergestellt

Durch die Durchsuchungen in der Corona-Testzentrale am Berliner Platz 2 und bei den Beschuldigten konnten weitere Beweismittel ausfindig gemacht werden. Unter anderem konnte das Ermittlungsteam eine vierstellige Summe Bargeld, Speichermedien und auch ein Exemplar eines augenscheinlich gefälschten Laborberichts sicherstellen.

Bei dem 41 Jahre alten Beschuldigten handle es sich um einen Mitarbeiter des Testzentrums. Der 41-Jährige räumte bereits ein, gefälschte Laborbefunde versandt zu haben. Ob und inwieweit der 48 Jahre alte Betreiber des Testzentrums in die Vorgänge involviert ist, ist zu diesem Zeitpunkt noch unklar. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Erst im April hatte das Corona-Testzentrum am Berliner Platz in Gießen eröffnet. (Archiv)

Hessen: Betrug in Corona-Testzentrum? Getestete bereits über falsches Testergebnis informiert

Die Mehrheit der bislang bekannten getesteten Personen, konnten am Wochenende von der Polizei erreicht und über die fehlende Aussagekraft der angeblichen PCR-Testergebnisse informiert werden. Zur Ermittlungszwecken werden Personen, die sich im Corona-Testzentrum am Berliner Platz 2 untersuchen lassen haben und dabei Unregelmäßigkeiten festgestellt haben, gebeten, sich bei der Polizei in Gießen zu melden (Tel.: 0641-7006-2555). (David Suárez Caspar mit dpa)

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach warnt in Bezug auf Betrug bei Corona-Tests* davor zu glauben, dass „dass alle betrügen“. *fr.de und giessener-allgemein.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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