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Stress, Stress, Stress: Die Landesschülervertretung in Hessen hat einen umfangreichen Forderungskatalog zusammengestellt. Er zielt darauf ab, die wachsenden psychischen Probleme der Schüler gezielt anzugehen. 

Forderungen nach Maßnahmen

Hilferuf der Schüler in Hessen: Mehr Stress, mehr psychische Probleme

Stress ist ein wachsendes Problem an Hessens Schulen: Jedes sechste Kind leidet darunter, sagt eine Studie. Jetzt ist die Politik gefordert.  

Wiesbaden (Hessen) – Marleen Appuhn, weiß, wovon sie spricht: "Jede von uns kennt mindestens einen Schüler oder eine Schülerin, die ihre psychischen Probleme in klinische Behandlung gebracht haben", sagt die Landesschulsprecherin in Wiesbaden mit Blick auf ihre drei ebenfalls am Podium sitzenden Mitstreiterinnen.

 Nach einer Befragung von mehr als 50 000 Schülern in Hessen und einem Fachkongress in Gießen vor zwei Wochen hat die Landesschülervertretung einen umfangreichen Forderungskatalog zusammengestellt. Er zielt darauf ab, die wachsenden psychischen Probleme der Schüler gezielt anzugehen. Nach der Erhebung haben mehr als die Hälfte der Mittelstufen- und gut 60 Prozent der Oberstufenschüler unter Schulstress und Schlimmerem zu leiden.

Hoher Leistungsdruck: Kinder in Hessen haben Stress in der Schule

Neben Mobbing und Cybermobbing machen die Schülervertreter auch den zunehmenden Leistungs- und Notendruck in den Schulen für Schlafstörungen, Burnout, Depressionen und andere Symptome dieser Art verantwortlich. Manche Schüler setzten sich selbst unter Druck und machten Hausaufgaben bis Mitternacht oder lernten so lange für Klassenarbeiten. 

Eine Forderung Appuhns ist daher, Hausaufgaben durch gemeinschaftliches Lernen nach dem Unterricht zu ersetzen, am besten noch innerhalb der Schule. Ob sie damit durchdringen, erscheint fraglich. Doch die Schülervertreter haben nach dem Kongress mit Psychologen, Sozialarbeitern und Schulamtsbediensteten noch eine Reihe weiterer Vorschläge unterbreitet.

Zu viel Stress, zu wenige Psychologen an Schulen in Hessen

Vor allem halten sie die Zahl der nur 126 Schulpsychologen in Hessen für viel zu niedrig. Damit sei eine Fachkraft für jeweils mehr als 6000 Schüler zuständig. Da müssten viel mehr Stellen geschaffen werden, sagt die Landesschulsprecherin aus Kronberg. 

Sie beruft sich auch auf eine Studie des Robert-Koch-Instituts, wonach jedes sechste Schulkind in Deutschland an psychischen Problemen leidet, von denen weniger als die Hälfte Hilfe erhalte. Da psychische Erkrankungen noch immer stigmatisiert würden, sei bei den Betroffenen die Hemmschwelle groß, darüber zu sprechen. Außerdem fehle es an Ansprechpartnern. An jeder Schule müsse mindestens ein Schulsozialarbeiter sein, auch solle die Position des Vertrauenslehrers gesetzlich abgesichert werden.

Stress in der Schule: Klare Forderungen an Hessens Politik

Mehr Fortbildung und ein Leitfaden für die Lehrer stehen auf der Wunschliste der Landesschülervertretung. Außerdem müsse den Betroffenen signalisiert werden, dass Schulprobleme nicht mit eigenem Versagen gleichzusetzen seien. 

Präventions- und Aufklärungsprogramme an den Schulen seien ebenfalls notwendig, aber auch, dass psychische Gesundheit im Unterricht behandelt werde. Im Übrigen seien Hilfsangebote zu vernetzen und den Schülern bekanntzumachen. Das Kultusministerium wies die Kritik zurück: "Wir haben die Schulpsychologie in den vergangenen Jahren mehrfach ausgebaut", sagte ein Sprecher.

Von Gerhard Kneier

Es gibt dramatische Gründe, warum Schüler unter Stress leiden. Im Rahmen ihrer Serie "Schule besser machen" zeigt fnp.de* Wege auf, Stress zu verringern. Was es immer braucht: Aufmerksamkeit, Zeit, Geduld. Doch dafür sind viele Lehrer und Eltern selbst zu gestresst.

*fnp.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

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