Zahnärztliche Vorsorge ist auch bei Kindern und Jugendlichen wichtig, um Folgeschäden zu vermeiden.
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Zahnärztliche Vorsorge ist auch bei Kindern und Jugendlichen wichtig, um Folgeschäden zu vermeiden. (Symbolbild)

Corona in Hessen

Tausende Kinder von „Kreidezähnen“ betroffen: Experten verraten Hintergrund

  • Melanie Gottschalk
    VonMelanie Gottschalk
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Zahnärzte warnen vor der neuen „Volkskrankheit“ Kreidezähne. Viele Kinder und Jugendliche in Hessen sind davon betroffen. Die Corona-Pandemie ist laut einer Studie ein Grund. 

Frankfurt - Kreidezähne, eine nicht heilbare Mineralisationsstörung, sind unangenehm. Beim Essen, Trinken oder Zähneputzen schmerzen die Zähne, auch bei sehr warmen oder kalten Getränken tun sie weh – darüber hinaus sehen sie unschön aus. Laut einer Auswertung der gesetzlichen Krankenkasse Barmer sind in Hessen* mehr als 28.000 Kinder und Jugendliche davon betroffen. „Im Jahr 2019 litten 7,1 Prozent der hessischen Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren unter einer Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation – auch MIH oder Kreidezähne genannt“, sagt Martin Till, Landeschef der Barmer in Hessen in einer Pressemitteilung.

Wie Till sagt, sei es entscheidend, den Folgeschäden der Kreidezähne durch Vorsorgeuntersuchungen und geeigneten Maßnahmen zur Zahnerhaltung früh entgegenzuwirken. „Mit Kreidezähnen geht ein lebenslang erhöhtes Risiko für wiederkehrende zahngesundheitliche Probleme, wie zum Beispiel Karies, einher. Grundvoraussetzung für eine effektive Vorbeugung sind regelmäßige Routinekontrollen bei einer Zahnärztin oder einem Zahnarzt“, sagt Till.

Kreidezähne bei Kindern: Zahnärztliche Vorsorge geht in der Corona-Pandemie zurück

Doch gerade in Zeiten der Corona*-Pandemie wurden die zahnärztlichen Vorsorgeleistungen bei Kindern und Jugendlichen laut der Auswertung der Barmer deutlich weniger in Anspruch genommen, als vor der Pandemie. Demnach sei die Inanspruchnahme der Individualprophylaxe bei Kindern zwischen sechs und 17 Jahren im Jahr 2020 um 4,6 Prozent zurückgegangen. „Insbesondere bei jungen Menschen, die einer Risikogruppe angehören, besteht Nachholbedarf. Mit dem Schulbeginn sollten Erziehende die Zahngesundheit ihrer Kinder verstärkt in den Fokus nehmen“, sagte Till von der Barmer in Hessen.

Kreidezähne: Individualprophylaxe bei Kindern und Jugendlichen kostenlos

Wenn die Corona-Situation es zulässt, soll es künftig auch wieder Gruppenprophylaxe in den Schulen geben. Doch darauf sollten sich Erziehende nicht verlassen. Die Individualprophylaxe ist für junge Menschen im Alter von sechs bis 17 Jahre kostenfrei und dient der frühzeitigen Erkennung von Erkrankungen und Entwicklungsstörungen im Zahn-, Mund-, und Kieferbereich. Die Maßnahmen wirken vorbeugend gegen Zahnerkrankungen und umfassen unter anderem Diagnostik, Beratung sowie gegebenenfalls die Fluoridierung der Zähne und Fissurenversiegelungen. Die Vorsorgeuntersuchungen können auch Kreidezähnen vorbeugen. (msb)

Am Montag (30.08.2021) startet das neue Schuljahr – mit vollem Präsenzunterricht in Hessen. Das Land setzt auf Prävention in Form von Tests, Impfungen und Maskenpflicht an Schulen. *fnp.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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