Pandemie

Corona-Lockdown in Hessen: Es gelten verschärfte Regeln - Was Sie jetzt wissen müssen

  • vonJoel Schmidt
    schließen

Die Corona-Lage ist auch in Hessen weiter dramatisch. Ab Montag gilt deshalb ein härterer Lockdown und teilweise drastische Einschränkungen. Ein Überblick.

  • In Hessen bleibt die Zahl der Neuinfektionen mit Corona* weiterhin hoch.
  • Bundesweit wird der Lockdown verlängert sowie die bisherigen Regeln verschärft.
  • Die Landesregierung führt auch für Hessen strengere Corona-Regeln ein.

Wiesbaden – Nachdem sich Bund und Länder bereits zu Beginn der Woche auf eine gemeinsame Verlängerung des Lockdowns sowie eine Verschärfung der bisherigen Corona-Maßnahmen verständigt hatten, hat am Mittwoch (06.01.2021) auch das hessische Corona-Kabinett neue Regeln beschlossen. Ziel der verschärften Maßnahmen ist es, die 7-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohnern unter den Wert 50 zu senken. „Wenn wir diesen harten Weg noch eine Zeit lang durchhalten, habe ich die Hoffnung, dass wir uns schrittweise wieder einer Normalität annähern können. Aber das ist immer alles abhängig von der Entwicklung des Infektionsgeschehens und wird von uns, wie gewohnt, immer wieder neu bewertet“, erklärte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU).

Corona in Hessen: Verlängerung des Lockdowns und neue Regeln bis zum 31. Januar

Verlängerung des Lockdowns: Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) teilte nach einer Sitzung des Corona-Kabinetts in Wiesbaden am Mittwoch (06.01.2021) mit, dass der Lockdown auch in Hessen bis zum 31. Januar verlängert wird. Die alten Regeln zur Eindämmung von Corona enden am 10. Januar, die neuen Corona-Regeln für Hessen treten am kommenden Montag (11. Januar) in Kraft. Bouffier betonte, Ziel aller Maßnahmen sei die Verringerung der Infektionszahlen, damit möglichst ab dem 1. Februar stufenweise wieder Lockerungen der Kontaktbeschränkungen möglich werden. „Jetzt gilt es, besonnen und geduldig zu bleiben und Kontakte auf das Notwendigste zu reduzieren“, so der Ministerpräsident.

Verschärfung der Kontaktbeschränkungen: Durften sich bislang noch maximal fünf Personen aus zwei Haushalten in der Öffentlichkeit treffen, wird diese Zahl fortan radikal reduziert. Künftig darf sich ein Haushalt in der Öffentlichkeit nur noch mit einer weiteren Person treffen – dazu zählen auch Kinder. Die „Begleitung und Betreuung minderjähriger oder unterstützungsbedürftiger Personen“ bleibt erlaubt.

Eine Mitarbeiterin eines Geschäfts in der Innenstadt von Frankfurt schiebt einen Koffer aus dem Schaufenster weg: Wegen der strengen Corona-Regeln im Lockdown bleiben viele Läden zu.

Corona-Lockdown in Hessen: Ab dem 11. Januar gelten verschärfte Regeln

15-Kilometer-Radius in Hotspots: Zu den verschärften Maßnahmen des Lockdowns zählt auch die Einschränkung der Bewegungsfreiheit für Menschen aus sogenannten Corona-Hotspots. Darunter fallen jene Städte und Kreise in Hessen, die eine 7-Tage-Inzidenz von 200 Neuinfektionen mit Corona pro 100.000 Einwohnern aufweisen. Laut Bouffier soll damit vor allem der Tagestourismus eingedämmt werden, gegenseitige Familienbesuche sollen jedoch zu den „triftigen Gründen“ zählen, die Ausnahmen von der Regel begründen. Dazu zähle auch, wenn etwa ein Arztbesuch oder eine Einkaufsmöglichkeit im Umkreis von 15 Kilometern vor allem im ländlichen Raum nicht möglich seien. Wie die Staatskanzlei auf Anfrage präzisiert, ist „für die Berechnung des Radius ist die Stadt- oder Gemeindegrenze maßgeblich“. Der Radius könne also je nach Größe des Wohnortes unterschiedlich groß sein.

Schulen und Kinderbetreuung: An den hessischen Schulen wird fortan* von der Klassenstufe 7 an aufwärts nur noch Distanzunterricht angeboten. Ausgenommen von dieser Regel sind lediglich Abschlussklassen der oberen Jahrgangsstufen, die nach Ende der Winterferien wieder in den Präsenzunterricht gehen werden. Für die Klassenstufen 1 bis 6 gilt nach den Ferien wieder auf Aufhebung der Präsenzpflicht an Schulen. Eltern werden zwar gebeten, ihre Kinder nach Möglichkeit zu Hause zu lassen, können sie aber in die Schule bringen, wenn ihnen dies nicht möglich ist. Kultusminister Alexander Lorz (CDU) versicherte, den zu Hause bleibenden Schülerinnen und Schülern würden keine Nachteile beim Lernfortschritt entstehen. Für das Homeschooling werde jeweils das gleiche Arbeitspensum in Wochenplänen aufgegeben wie beim Präsenzunterricht in der Schule

Eine ähnliche Regelung wie an Schulen gilt ebenfalls für die Kitas in Hessen. Wer seine Kinder zu Hause betreut, kann nach Beschluss der Landesregierung außerdem bis zu zehn zusätzliche Tage Kinderkrankengeld je Elternteil in Anspruch nehmen.

Lockdown in Hessen: Verschärfte Corona--Maßnahmen treffen auch Pflegeheime

Alten- und Pflegeheime: Zum Schutz vor Corona sind in sämtlichen Einrichtungen der Alten- und Pflegeversorgung weiterhin alle bestehenden Regeln bezüglich der Hygiene streng einzuhalten. Künftig sollen Angehörige die Einrichtungen in Hessen jedoch erst nach einem negativen Corona-Test betreten dürfen.

Finanzielle Hilfe für Unternehmen: Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) versprach zudem, sich beim Bund für schnellere Abschlagszahlungen an Gastronomie, Einzelhandel und die übrige Wirtschaft einzusetzen. Den neuerlichen Lockdown habe niemand „leichten Herzens“ beschlossen. „Wir tun alles dafür, dass die von der Bundesregierung zugesagten Hilfen in Hessen so schnell wie möglich ausgezahlt werden können“, so Al-Wazir.

In Hessen gelten wie in ganz Deutschland ab Montag (11.01.2021) härtere Regeln im Corona-Lockdown.

Corona in Hessen: Neue Regeln, aber keine Veränderung beim Einzelhandel

Einzelhandel: Zur weiteren Eindämmung von Corona müssen die bereits seit Mitte Dezember geschlossenen Geschäfte und Dienstleister in Hessen auch bis mindestens Ende des Monats geschlossen bleiben. Von der Regel ausgenommen bleiben weiterhin lediglich Supermärkte, Drogerien, Banken und Tankstellen. Abhol- und Lieferdienste von Restaurants oder Buchhandlungen bleiben weiterhin möglich.

Die Corona-Regeln für Hessen knapp zusammengefasst im Überblick:

  • Ausgangssperren: In Kreisen und Städten, in denen die 7-Tage-Inzidenz bei mehr als 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern liegt, können weiterhin nächtliche Ausgangssperren verhängt werden.
  • Bewegungsfreiheit: Für Menschen aus Hotspots mit einer 7-Tage-Inzidenz von mehr als 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner wird die Bewegungsfreiheit eingeschränkt. Die Leute dürfen einen Radius von 15 Kilometern rund um ihren Wohnort nur noch aus triftigen Gründen verlassen.
  • Kontaktbeschränkungen: Es dürfen sich nur noch Angehörige eines Haushalts mit maximal einer weiteren nicht im Haushalt lebenden Person treffen.
  • Schulen: Mit Ausnahme von Abschlussklassen wird ab Jahrgangsstufe 7 in den Distanzunterricht gegangen. Für die Klassen 1 bis 6 ist die Präsenzpflicht an Schulen aufgehoben.
  • Kitas: Wenn Eltern ihre Kinder nicht zu Hause betreuen können, ist eine Betreuung in den Kitas weiterhin möglich.
  • Alten- und Pflegeheime: Angehörige dürfen nur mit einem negativen Corona-Testergebnis entsprechende Einrichtungen betreten.
  • Einzelhandel: Lediglich Supermärkte, Drogerien, Banken und Tankstellen dürfen weiterhin geöffnet haben. Abhol- und Lieferdienste bleiben erlaubt.

(Joel Schmidt mit Material von dpa)*fnp.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks. 

Rubriklistenbild: © Daniel Bockwoldt/dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare