Der Tintenfischpilz erinnert mit seinen Armen an die Tentakel eines Kraken, verströmt aber einen unangenehmen Duft.
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Der Tintenfischpilz erinnert mit seinen Armen an die Tentakel eines Kraken, verströmt aber einen unangenehmen Duft. (Archivbild)

Tintenfischpilz

Tentakel und widerlicher Gestank: Ungewöhnliche Pilzart breitet sich in Hessen aus

  • Sandra Kathe
    VonSandra Kathe
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Die Kombination aus Regen und Wärme bietet Lebewesen wie dem Tintenfischpilz ideale Lebensbedingungen. Dieser wächst nun auch vielerorts in Hessen.

Kassel – Leuchtend rote Farbe, eine Form wie aus einem Science-Fiction-Film und beißender Geruch: Der Tintenfischpilz scheint mit aller Gewalt auffallen zu wollen. Im Norden und Osten Hessens ist ihm das nun auch gelungen.

Im Kreis Kassel* sowie im Main-Kinzig-Kreis berichteten Menschen in den vergangenen Tagen vermehrt davon, dem ungewöhnlichen Pilz im Wald oder Garten begegnet zu sein. Funde gab es in Nordhessen etwa in Bad Emstal und Naumburg. Das berichtete am Donnerstag (29.07.2021) der regionale Radiosender FFH.

Doch so spektakulär der erste Eindruck des faszinierenden Lebewesens auch sei, der Pilz sei völlig ungefährlich, betonen Fachleute aus Naturschutz und Biologie. Die auffälligen Tentakel, die dem Pilz wachsen, dienten ausschließlich dazu, Sporen zu verteilen und somit den Fortbestand zu sichern. Der Geruch der dunklen, schleimigen Sporen soll Insekten anlocken, die diese dann weiterverteilen. Als invasiv gilt die Art Naturschützern zufolge jedoch nicht.

Tentakel für den Fortbestand: Tintenfischpilze könnten nun häufiger auftreten

Der Pilz, der ursprünglich in Ozeanien und dem Südpazifik heimisch ist, und wohl über Waren- und Militärtransporte vor über hundert Jahren nach Europa gelangte, ist weder giftig noch gefährlich. Dennoch raten die Fachleute, das Gewächs besser nicht mit bloßen Händen anzufassen, da der Aasgeruch der Sporen sonst auch auf die Haut übergehen könnte.

Dass der Tintenfischpilz, der Berichten zufolge in den 1930er-Jahren erstmals in Deutschland wuchs, ausgerechnet jetzt vermehrt auftritt, lässt sich womöglich durch das aktuelle Wetter* erklären. Bei viel Feuchtigkeit und Wärme – ähnlich dem Klima in Australien, Neuseeland und Tasmanien – gedeiht die Pilzart besonders gut.

Biologinnen und Biologen rechnen damit, dass das vermehrte Auftreten eingewanderter Pilzarten genau wie Anfälligkeit Wälder gegen Borkenkäferbefall*, auch eine Auswirkung des Klimawandels sein könnte. (ska) *hna.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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