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Thorsten Schäfer-Gümbel zieht sich aus Politik zurück

Politikerin in den Startlöchern

SPD-Chef Thorsten Schäfer-Gümbel hört auf - sie will seine Nachfolgerin werden

Nach dem Rücktritt des hessische SPD-Chef und Landtagsfraktionsvorsitzende Thorsten Schäfer-Gümbel steht eine Nachfolgerin in den Startlöchern.

Update, 29. März, 15.18 Uhr: Hessens SPD stellt die Weichen für die Zeit nach dem Abgang von Partei- und Fraktionschef Thorsten Schäfer-Gümbel. Nachdem Generalsekretärin Nancy Faeser angekündigt hat, für den Parteivorsitz zu kandidieren, wird eine weitere Personalentscheidung am kommenden Dienstag (2. April) auf der Sitzung des Fraktionsvorstands in Wiesbaden erwartet. Es wird damit gerechnet, dass sich Faeser auch für das Amt der Vorsitzenden der Landtagsfraktion antritt.

Update, 29. März, 10.26 Uhr: Die Generalsekretärin der hessischen SPD, Nancy Faeser, will neue Parteivorsitzende werden. Sie werde beim Landesparteitag im November kandidieren, erklärte sie nach einer Sitzung des SPD-Landesvorstandes am Donnerstag in Butzbach im Taunus. "Diese Entscheidung habe ich mir nicht leicht gemacht, denn auf jede und jeden, die oder der Thorsten Schäfer-Gümbel nachfolgt, warten große Aufgaben."

Es gelte, die Partei nach dem enttäuschenden Wahlergebnis vom 28. Oktober neu zu motivieren und die Strukturen zu reformieren. Die 48-jährige Faeser sitzt als Abgeordnete im hessischen Landtag, die Juristin ist innenpolitische Sprecherin ihrer Fraktion.

Nancy Faeser will die Nachfolgerin von Thorsten Schäfer-Gümbel werden.

Das macht SPD-Chef Thorsten Schäfer-Gümbel nach dem Rücktritt

Erstmeldung: Wiesbaden - Der hessische SPD-Landtagsfraktionschef und Parteivorsitzende Thorsten Schäfer-Gümbel will sich aus der Politik zurückziehen und seine Spitzenämter abgeben. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Dienstag aus Parteikreisen. Der 49-Jährige kündigte demnach bei einer Sitzung der SPD-Landtagsfraktion in Wiesbaden an, im Herbst sein Landtagsmandat und damit auch den Vorsitz der Fraktion aufzugeben. Beim Landesparteitag im November wolle er auch nicht mehr als Vorsitzender der hessischen SPD kandidieren.

Aus Berlin ist zu hören, dass Schäfer-Gümbel beim Bundesparteitag der SPD im Dezember ebenfalls nicht mehr als stellvertretender Bundesvorsitzender der Partei kandidieren wird. Schäfer-Gümbel hat für Dienstagnachmittag kurzfristig zu einem Pressegespräch eingeladen.

Schäfer-Gümbel wechselt zur Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit

Nach seinem Ausstieg aus der Politik einen Wechsel zur Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit. Der bisherige SPD-Politiker sei von einem zuständigen Gremium einmütig als Kandidat für den Posten des Personalvorstandes vorgeschlagen worden, sagte eine Sprecherin der Entwicklungshilfe-Organisation am Dienstag. Zuvor hatte bild.de darüber berichtet.

Wie die GIZ-Sprecherin weiter sagte, wird der Aufsichtsrat der Organisation am 9. April über die Personalie entscheiden. Die GIZ mit Sitz in Bonn und Eschborn bei Frankfurt hat den Angaben zufolge drei Vorstandsposten, von denen einer zuletzt unbesetzt war.

SPD in Hessen nicht drittstärkste Kraft

Bei der hessischen Landtagswahl vor knapp fünf Monaten war die SPD nur drittstärkste Kraft hinter CDU und Grünen geworden. Dabei landeten die Sozialdemokraten hauchdünn hinter den Grünen - letztlich ging es um nur 66 Stimmen. Wäre die SPD-Fraktion zweitstärkste Kraft geworden, wäre ein Ampel-Bündnis mit Grünen und FDP unter Führung von Schäfer-Gümbel zumindest denkbar gewesen. Die FDP hatte eine solche Zusammenarbeit unter Führung der Grünen abgelehnt.

Thorsten Schäfer-Gümbel zieht sich aus der Politik zurück

Schäfer-Gümbel hatte bereits direkt nach dem Debakel bei der Landtagswahl Ende Oktober seinen Rückzug aus der Politik beschlossen. Der SPD-Bundesvorsitzenden Andrea Nahles habe er am Tag nach der Abstimmung gesagt, dass es keinen vierten Anlauf als Spitzenkandidat in Hessen mit ihm geben werde, sagte Schäfer-Gümbel am Dienstag in Wiesbaden.

Schäfer-Gümbel verzichtete auf öffentliche Erklärung

Bereits weit vor der Landtagswahl habe er für sich beschlossen, bei einem erneuten Scheitern keine weitere Arbeit als Spitzenkandidat zu übernehmen, erklärte Schäfer-Gümbel. Direkt nach der Abstimmung, bei der die SPD mit einem Ergebnis von 19,8 Prozent das schlechteste Ergebnis überhaupt in Hessen eingefahren hat, habe er nur wegen der knappen Mehrheitsverhältnisse auf eine öffentliche Erklärung verzichtet.

Thorsten Schäfer-Gümbel war 2009 bei der Landtagswahl als SPD-Spitzenkandidat in die erste Reihe der Partei gerückt. Er wurde nach der Wahlniederlage Nachfolger von Andrea Ypsilanti an der Spitze der Landtagsfraktion und später auch als Landesvorsitzender. Er sitzt seit 2003 als Abgeordneter für den Wahlkreis Gießen-Land im hessischen Landtag.

Schwarz-grüne Koalition regiert jetzt

"Thorsten Schäfer-Gümbel hat in schwierigen Zeiten Verantwortung für die Hessen-SPD übernommen und die Partei geeint. Er war der richtige Mann zur richtigen Zeit. Trotz seines hohen persönlichen Einsatzes gelang der Wechsel von der Oppositionsrolle in die Regierungsverantwortung leider nicht. Mein Dank gilt Thorsten für seine Tatkraft und seine Führung in über zehn Jahre an der Spitze unserer hessischen Partei. Mit seinem Rückzug ermöglicht er den nötigen Neustart", erklärte Dr. Jens Zimmermann, Sprecher der hessischen Abgeordneten in der SPD-Bundestagsfraktion.

Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) hat dem hessischen SPD-Chef Thorsten Schäfer-Gümbel für dessen Entscheidung zum Rückzug Respekt gezollt. Auch bei unterschiedlichen politischen Meinungen sei er immer ein Ansprechpartner gewesen, "mit dem man abseits von öffentlichen Auseinandersetzungen gemeinsame Entscheidungen treffen kann", erklärte Bouffier gemeinsam mit den Fraktionsvorsitzenden der Landtags-CDU, Michael Boddenberg.

Schäfer-Gümbel scheitert 2013

Als Beispiel nannte er die hessische Flüchtlingspolitik. Schäfer-Gümbel habe in einer schwierigen Zeit Verantwortung in der hessischen SPD übernommen und sie wieder zu neuer Geschlossenheit geführt, teilten Bouffier und Boddenberg am Dienstag in Wiesbaden mit.

Bei der Wahl 2013 scheiterte Schäfer-Gümbel auch im zweiten Anlauf, mit der SPD stärkste Kraft vor der CDU und damit Ministerpräsident von Hessen zu werden. Seitdem regiert in Wiesbaden eine schwarz-grüne Koalition, nach der Wahl Ende Oktober 2018 kam es zu einer Neuauflage dieses Bündnisses. (dpa)

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