1. Startseite
  2. Hessen

Hessen: Projekt zur Hepatitis-C-Behandlung bei Gefangenen

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Hessen will die medizinische Versorgung von Häftlingen mit einer Hepatitis-C-Infektion verbessern. Zusätzlich soll die Ansteckungsgefahr in den Gefängnissen stärker bekämpft werden, wie Justizministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) am Donnerstag in Wiesbaden ankündigte. Am 1. Mai habe in der Justizvollzugsanstalt Kassel I ein entsprechendes Modellprojekt begonnen.

Wiesbaden - An der länderübergreifenden Initiative beteiligt sich auch Nordrhein-Westfalen mit den Justizvollzugsanstalten Köln und Bochum.

Schätzungen zufolge sind mindestens zehn Prozent der Gefangenen chronisch an Hepatitis C erkrankt, wie das Ministerium erläuterte. Dies liege unter anderem daran, dass diese Infektion unter Drogenkonsumenten besonders stark verbreitet ist und viele Abhängige im Laufe ihres Lebens inhaftiert werden. Mit dem Modellprojekt sollen auch genauere Daten zur Quote der Infizierten erhoben werden.

Die Behandlung der Hepatitis C werde schon länger in den hessischen Justizvollzugsanstalten angeboten, erklärte Kühne-Hörmann. Bis zur Heilung seien etwa acht bis zwölf Wochen nötig, aber auch Genesene können sich erneut anstecken. Das Modellprojekt fuße unter anderem darauf, dass sich die Gefangenen zunächst testen lassen, erklärte ein Ministeriumssprecher. Werde der freiwillige Test abgelehnt, gehe es darum, die Häftlinge mit Beratung und regelmäßiger Ansprache doch noch von der Maßnahme zu überzeugen. Im Anschluss stehe dann die Therapie. dpa

Auch interessant

Kommentare