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Erfolgsgeschichte in Hessen: Seltene Pflanze wächst dank Naturschutz wieder prächtig

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Von: Lukas Zigo

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Auf einer Düne im südhessischen Griesheim stehen Sand-Silberscharten.
Auf einer Düne im südhessischen Griesheim stehen Sand-Silberscharten. © Marion Beil/HLNUG

Der Artenreichtum in Deutschland ist gefährdet. Doch immer wieder gelingt es Umweltschützern, Pflanzen vor dem Aussterben zu retten.

Wiesbaden – Nahezu jede dritte Wildpflanze in Deutschland ist vom Aussterben bedroht. Das berichtet das Bundesamt für Naturschutz (BfN) in Berlin. Grund dafür ist vor allem die hohe Nährstoffbelastung in den Böden. Diese wird durch die Überdüngung in der Landwirtschaft erzeugt. Umso erfreulicher ist es, dass der hessische Naturschutz mit dem Erhalt der Sand-Silbergraue eine Erfolgsgeschichte schrieb.

Bei der Sand-Silberscharte handelt es sich um eine Pflanze mit lilafarbenen Blüten, welche an eine Kornblume erinnert. Nachdem die Pflanze 2003 nur noch an 16 Standorten in Hessen festgestellt wurde, wächst sie dank erfolgreicher Maßnahmen inzwischen wieder auf rund doppelt so vielen Flächen.

Hessen: Landesamt für Naturschutz: „Vor Ort gut zusammengearbeitet“

Über den Erfolg bei der Artenerhaltung sagte Christian Geske vom hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) in Wiesbaden der dpa: „Die Pflegemaßnahmen haben sehr gut geklappt, die Akteure vor Ort gut zusammengearbeitet.“ Der Biologe zeigte sich gegenüber erfreut über die Arbeit der Behörde: „Mehrere zwischenzeitlich erloschene Populationen konnten durch erfolgreiche Wiederansiedlung wieder neu aufgebaut werden“.

In Deutschland kommt die Sand-Silberscharte ihrem Namen entsprechend nur auf Sand-Lebensräumen vor. Die mehrjährige Pflanze bildet ein weitreichendes, tief gehendes Pfahlwurzelsystem aus. Nach ihrer Blütezeit, welche zwischen Mitte Juli und Oktober zu verzeichnen ist, beginnt sie mit der Verbreitung von und Ausstreuung der Diasporen durch Wind. Die Blütenbildung kann jedoch durch Kaninchenfraß stark eingeschränkt werden.

Pflanzensterben in Hessen: Warum geht die Artenvielfalt zurück und was tun?

Im Falle der Sand-Silberscharte ist der Rückgang – wie bei vielen anderen Arten auch – vor allem auf die Zerstörung des Lebensraumes zurückzuführen. Der weniger vorhandene Sandrasen ist, neben einigen anderen, in diesem Falle der Hauptfaktor. Der Verlust ist auf die Intensivierung der Landwirtschaft und anderweitiger Nutzung der Flächen für zum Beispiel Bebauung, Straßenbau oder Aufforstung in Hessen* zurückzuführen. In erster Linie ist der Rückgang in dem Flächenverlust begründet.

Der Fachbereich Forsteinrichtung und Naturschutz in Hessen (FENA) gibt mehrere Grundsätze für Erhaltung- und Entwicklungsmaßnahmen* vor. Darunter der Schutz von Sandrasen-Flächen und deren Erweiterung. Das Entfernen von Hölzern und negativen Randeffekten (zum Beispiel Nährstoffeinträge). Auch das Verhindern und Eingrenzen der Ausbreitung dominanter Ruderalgräser wie das Land-Reitgras und andere können zum Erhalt der Sand-Silberscharte beitragen. *fnp.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA. (Lukas Zigo)

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