Linsengericht - Ortsname mit Humor.
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Linsengericht – ein Ortsname mit Humor.

Von witzig bis fragwürdig

Hessens skurrilste Ortsnamen: Auf Schlechtenwegen, mit Zorn zum Falken-Gesäß?

  • VonLukas Zigo
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Ist man mit dem Auto in Hessen unterwegs, stolpert man über diverse lustige bis fragwürdige Ortsnamen. Heute begeben wir uns auf eine etwas andere Hessen-Tour.

Hessen – Seit langem ist der Heimaturlaub immer weniger das Hauptaugenmerk, wenn es um die Ferienplanung geht. Doch in Zeiten der Corona-Krise* mit ihren Reise- und Kontaktbeschränkungen sowie stetig wechselnden Regelungen* ist eine innerhessische Exkursion sicherer und planbarer. Es folgt die nicht ganz ernstgemeinte, fünfeinhalb stündige Hessen-Rundfahrt der skurrilen Ortsnamen.

Hessen-Rudfahrt: Motzende Kinder gleich im Feld aussetzen

Wir beginnen unsere Reise in der 315 Seelen Gemeinde Motzfeld. Der nicht für das Aussetzen unzufriedener Kinder gedachte Ort liegt nördlich des Landecker Berges und ist Ortsteil der Gemeinde Friedewald im osthessischen Landkreis Hersfeld-Rotenburg. Zuerst erwähnt wurde der Ort im 8. Jahrhundert in Schenkungen an die Abtei Hersfeld. Der Ort besitzt neben einer Freiwilligen Feuerwehr und einem Fußballverein einen gemischten Chor, einen Schützenverein und den Naturschutzbund Deutschland (NABU).

Einmal in Linsengericht ein Linsengericht essen

Unser nächster Stopp ist die allseits beliebt und bekannte Großgemeinde Linsengericht im hessischen Main-Kinzig-Kreis. Der Name der aus mehreren Gemeinden zusammengeschlossenen Großgemeinde stammt nicht von der Mahlzeit mit Linsen ab, sondern von einem Gericht. Das Gericht, welches auch unter dem Namen Linsengericht bekannt war, wurde erstmals in einer Urkunde vom 20. September 1240 erwähnt und gilt als wahrscheinlichster Namensgeber.

Wohlfühlen in Hessen kann man sich in (des) Falken-Gesäß

Die nächste Etappe unserer Rundreise ist der 500 Einwohner zählende Oberzenter Ortsteil Falken-Gesäß. Falken-Gesäß liegt im Odenwald westlich von Beerfelden im Finkenbachtal. Die älteste bekannte schriftliche Erwähnung des Ortes findet sich unter dem Namen „Valkengesezze“ im Jahr 1321. Zwischen 1700 und 1850 wurde dort neben der Landwirtschaft auch eine Leinweberei betreiben. Sehenswert in Falken-Gesäß ist die Ruine der St. Leonhardskapelle, einer ehemaligen Wallfahrtskirche im Weiler Leonhardshof.

Dickscheid: Erholung und Natur im Wispertaunus

Gute zwei Stunden Fahrt liegen zwischen Falken-Gesäß und Dickscheid. Der fast 800 Jahre alte Ort liegt im westlichen Hintertaunus und ist aufgrund seiner Nähe zu den Naherholungsgebieten Rheingau und Mittelrhein, sowie der Loreley, dem Ahr- und Lahntal ein Traum für Fans der Naherholung. Im Ort steht eine ehemalige Wehrkirche, welche über 800 Jahre alt sein soll.

Bei einer kleinen Wispertaunus-Wanderung von Dickscheid aus wird es bald Zorn(ig)

Wir bleiben im schönen Hintertaunus und machen eine eineinhalb stündige Wanderung durch den Wispertaunus bis wir im beschaulichen Örtchen Zorn landen. Der 1195 erstmals urkundlich erwähnte Ort, dessen Name wohl vor-deutschen Ursprungs ist, hat über Jahrhunderte keinerlei Änderungen an dessen Schreibweise erlebt. Möglicherweise ist der Ursprung in Verbindung mit einer wasserreichen Stelle anzusehen.

Brechen musste hoffentlich niemand auf dieser Hessen-Reise

Wir brechen unsere Reise in Brechen im Kreis Limburg-Weilburg ab, einem der ältesten Orte in diesem Bunde. In einer Schenkungsurkunde vom 12. August 772 wurde der Ort erstmals unter dem Namen „Brachina“ („An der Berglehne“) erwähnt. Im Limburger Becken, zwischen Taunus und Westerwald gelegen, ist Brechen als Gemeinde in die drei Ortsteile Niederbrechen, Oberbrechen und Werschau aufgeteilt, wobei Niederbrechen der Verwaltungssitz sowie der größte Ortsteil ist. *fnp.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA. (Lukas Zigo)

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