Auszubildende zur Pharmazeutisch-kaufmännischen Angestellten. Hessen will das Schulgeld für Auszubildende bezahlen. (Symbolbild)
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Auszubildende zur Pharmazeutisch-kaufmännischen Angestellten. Hessen will das Schulgeld für Auszubildende bezahlen. (Symbolbild)

Welche Berufsfelder profitieren?

Gesundheitsberufe attraktiver machen: Hessen übernimmt einen Teil der Kosten für Auszubildende

  • Nico Scheck
    vonNico Scheck
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In Hessen herrscht wie andernorts Notstand beim Gesundheitspersonal. Das will das Bundesland ändern und übernimmt deshalb ab 1. August einen Teil der Kosten für die Ausbildung in der Gesundheitsbranche.

  • Die Corona-Krise hat einmal mehr die Wichtigkeit der Berufe im Gesundheitswesen aufgezeigt
  • Hessen übernimmt ab 1. August die Schulgebühren für Azubis in Gesundheitsfachberufen
  • Damit sollen die Berufe für junge Menschen attraktiver gemacht werden

Frankfurt - Ab 1. August sind die Schulgebühren für Auszubildende in den Gesundheitsfachberufen in Hessen Geschichte. Das Land übernimmt die Kosten, wie die Pressestelle des hessischen Ministeriums für Soziales und Integration am Mittwoch (22.07.2020) mitteilte. Insgesamt profitieren davon rund 2.400 Azubis, unabhängig vom Ausbildungsjahr. 

Hessen übernimmt Schulgebühren für Azubis in Gesundheitsfachberufen

Mit Verweis auf den Fachkräftemangel erklärte Sozial- und Integrationsminister Kai Klose (Bündnis 90/Die Grünen): „Die Landesregierung löst damit ihr Versprechen aus dem Koalitionsvertrag ein. Wir fördern die Schulen für Gesundheitsfachberufe jährlich mit bis zu fünf Millionen Euro, damit sie kein Schuldgeld mehr von den Auszubildenden verlangen.“

NameKai Klose
Geboren23. Dezember 1973 (Alter 46 Jahre), Usingen
ParteiBündnis 90/Die Grünen
AusbildungPhilipps-Universität Marburg (2001), Pestalozzischule (1993), Goethe-Universität Frankfurt am Main

Man räume so „finanzielle Hürden beiseite, um die Gesundheitsfachberufe für junge Menschen attraktiver zu machen und den Weg zur Ausbildung zu erleichtern. So tragen wir dazu bei, auf Dauer eine gute und qualitativ hochwertige Versorgung der Patientinnen und Patienten zu gewährleisten“.

Die Ausbildung findet an privaten Schulen statt. Dort werden bisher Gebühren verlangt. Wer einen Gesundheitsberuf wie Physiotherapeut, Hebamme oder Diät-Assistent erlernen möchte, wird zur Kasse gebeten. Dieser Nachteil gegenüber anderen Azubis, die schon während der Ausbildung Geld verdienen, wird somit ab 1. August aufgehoben.

Hessen übernimmt Schulgebühren: Diese Berufe sind betroffen

Die Übernahme der Schulgebühren durch das Land erfolgt auf Antrag durch den jeweiligen Schulträger. Der Erstattungsbetrag wird alle zwei Jahre um 1,5 Prozent erhöht. Laut der Mitteilung des Sozialministeriums profitieren Auszubildende aus folgenden Bereichen:

  • Ergotherapie
  • Physiotherapie
  • Logopädie
  • Podologie
  • Diätassistentin und Diätassistent
  • Orthoptistin/Orthoptist
  • Hebamme/Entbindungspfleger
  • Medizinisch-technische Assistentin und Medizinisch-technischer Assistent Funktionsdiagnostik
  • Medizinisch-technische Laboratoriumsassistentin und Medizinisch-technischer Laboratoriums-assistent
  • Medizinisch-technische Radiologieassistentin und Medizinisch-technischer Radiologieassistent
  • Pharmazeutisch-technische Assistentin und Pharmazeutisch-technischer Assistent
  • Anästhesietechnische Assistentin und Anästhesietechnischer Assistent
  • Operationstechnische Assistentin und Operationstechnischer Assistent
  • Masseurin und medizinische Bademeisterin/Masseur und medizinischer Bademeister

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