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Hessen übersteht auch zweite Sturmnacht glimpflich

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Sturmtief Zeynep
Ein Windsack steht in der Luft und zeigt somit recht starken Wind an. © Stefan Sauer/dpa/Symbolbild

Orkantief „Zeynep“ streift Hessen nur am Rande. Die Schäden sind daher vergleichsweise gering. Die Feuerwehren rücken meist nur aus, um umgeknickte Bäume zu beseitigen.

Offenbach/Frankfurt - Die Ausläufer von Orkantief „Zeynep“ haben in der Nacht zum Samstag vor allem den Norden Hessens gestreift. Größere Schäden richtete der Sturm ersten Erkenntnissen zufolge jedoch nicht an. In den meisten Fällen wurden lediglich Bäume umgeknickt oder Dächer abgedeckt. Mancherorts flogen Straßenschilder umher.

In der ersten Nachthälfte wurden nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Frankenberg (Landkreis Waldeck-Frankenberg) Windgeschwindigkeiten von bis zu 132 Stundenkilometern gemessen. In Lautertal im Vogelsberg wurden Böen mit 124 Stundenkilometern registriert, im rund 30 Kilometer entfernten Homberg (Ohm) 116 Stundenkilometer. Auf Hessens höchstem Berg - der 950 Meter hohen Wasserkuppe in der Rhön - blies der Wind zeitweise mit 119 Stundenkilometern.

In Süd- und Mittelhessen machten sich die Ausläufer des Tiefs nach Darstellung eines DWD-Meteorologen hingegen weniger bemerkbar. Dort sorgte allerdings eine durchziehende Kaltfront bereits am späten Freitagnachmittag für heftigen Wind. So wurden etwa am Frankfurter Flughafen Böen mit einer Geschwindigkeit von 122 Stundenkilometern gemessen. Insgesamt sei „Zeynep“ in Hessen „ein bisschen stärker“ gewesen als „Ylenia“ in der Nacht zum Donnerstag, sagte der Meteorologe am Samstag in Offenbach.

Der Landkreis Marburg-Biedenkopf meldete am Samstag insgesamt 76 Einsätze wegen des Sturms. Demnach rückten die Feuerwehren aus, um umgestürzte Bäume zu beseitigen oder blockierte Straßen zu räumen. Verletzte habe es keine gegeben. Bei Trebur im Landkreis Groß-Gerau riss eine Windböe zwei etwa acht mal vier Meter große Lukendeckel von einem Frachtschiff. Die beiden Deckel fielen am Freitag in den Rhein und versanken. Verletzt wurde bei dem Vorfall nach Angaben der Polizei niemand.

Bereits am Freitag hatte die Polizei in Osthessen einen Unfall auf der Autobahn 7 gemeldet: Ein durch den Sturm entwurzelter Baum stürzte auf ein fahrendes Auto und verletzte die Fahrerin leicht und den Beifahrer schwer. Die 24 Jahre alte Frau und der 26 Jahre alte Mann waren auf der A7 bei Haunetal-Wehrda unterwegs, als der etwa zehn Meter hohe Nadelbaum auf den Wagen fiel. Die Verletzten wurden in ein Krankenhaus gebracht.

Bei zwei Autounfällen wegen umgestürzter Bäume wurden im Lahn-Dill-Kreis vier Menschen verletzt. Das teilte eine Sprecherin des Kreisausschusses am Freitag mit. Der erste Unfall ereignete sich demnach bei Braunfels. Dort habe die Feuerwehr die beiden eingeschlossenen Fahrzeuginsassen befreien müssen. Ein weiterer Baum sei zwischen Hüttenberg-Weidenhausen und Wetzlar auf einen Wagen gestürzt. Auch dort wurden zwei Menschen im Auto eingeschlossen.

Auch in Wiesbaden stürzten der Feuerwehr zufolge zahlreiche Bäume um - zudem wurden einige Dächer teilweise abgedeckt. „Aktuell wurden 21 Einsätze mit umgestürzten Bäumen und drei Einsätze mit losen Dachteilen beziehungsweise abgedeckten Dächern abgearbeitet“, hieß es. Von der Feuerwehr waren am Freitag zeitweise mehr als 100 Helfer im Einsatz. dpa

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