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Weiterer Nazi-Chat aufgeflogen

Ein weiterer hessischer Polizist unter Extremismusverdacht: Er kam nur durch Zufall in das Visier der Justiz

Ein Polizist aus Osthessen steht unter dem Verdacht, interne Daten an ein Mitglied der Neonazi-Gruppe „Aryans“ weitergegeben zu haben. Dies kam bei einem Prozess gegen zwei Mitglieder einer rechtsradikalen Vereinigung ans Licht.

Frankfurt - In einem weiteren Fall soll die Polizei in Hessen unrechtmäßig interne Daten herausgegeben haben: Medienberichten zufolge, wird aktuell gegen einen Polizisten aus Osthessen ermittelt. Das Polizeipräsidium dementiert, dass interne Daten unrechtmäßig weitergegeben wurden. 

Rechtsextremismus-Verdacht

Dem Polizisten wird vorgeworfen, einer Bekannten aus der gewaltbereiten Neonazi-Gruppe „Aryans“ (engl. für "Arier") Daten zugespielt zu haben. Bekannt wurde dies in einem Prozess gegen zwei hessische „Aryans“-Mitglieder, der gestern in Halle begonnen hat. Den Angeklagten wird vorgworfen, am 1. Mai 2017 mit ihrem Auto Menschen gejagt und sie mit Steinen und Flaschen beworfen zu haben.

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Ein Chatverlauf des Handys der 42-jährigen Angeklagten Martina H. legt laut Medienberichten die Vermutung nahe, dass der hessische Polizist ihrer zweimaligen Bitte nachkam, aus dem Polizei-Informationssystem Daten für sie abzurufen.

Kritik von den Linken

Die Linken-Fraktionsvorsitzende Janine Wissler fordert von Innenminister Beuth in dem jüngsten Fall eine Stellungnahme und umfassende Informationen. Sie kritisiert, dass erneut die Landtagsabgeordneten davon erst aus der Presse erfahren haben.

Rechtes Netzwerk in Frankfurt

Erst kürzlich war ein mutmaßlich rechtes Netzwerk bei der Frankfurter Polizei  aufgeflogen. Fünf Polizisten sollen sich Chat-Nachrichten mit rechtsextremen Inhalten ausgetauscht haben. Insgesamt wurden sechs Beamte suspendiert. Anlass der internen Ermittlungen war ein Drohschreiben an die Rechtsanwältin Seda Basay-Yildiz.

(red)

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