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Hessens Arbeitsmarkt legt weiter zu: Fachkräfte fehlen

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Agentur für Arbeit
Das Logo der Bundesagentur für Arbeit leuchtet. © Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild

Trotz der Pandemie finden in Hessen immer mehr Menschen Beschäftigung. Bei sinkenden Arbeitslosenzahlen werden Fachkräfte zunehmend gesucht, während eine andere Gruppe immer weniger Chancen hat.

Frankfurt/Main - Gegen den Bundestrend ist in Hessen die Zahl der Arbeitslosen im Dezember weiter gesunken. Zum Stichtag am 13. Dezember waren 157.416 Menschen arbeitslos gemeldet, wie die Regionaldirektion der Arbeitsagentur am Dienstag berichtete. Das waren 728 weniger als im November und fast 30.000 weniger als im Dezember 2020. Die Arbeitslosenquote blieb zum Vormonat unverändert bei 4,6 Prozent. Bundesweit stieg die Zahl der Arbeitslosen leicht auf 2,33 Millionen. Die Quote betrug unverändert 5,1 Prozent.

Für das Gesamtjahr 2021 berichtete die Agentur von einer durchschnittlichen Arbeitslosenzahl von 178.000 Menschen in Hessen. Im Vergleich zum Jahr zuvor war das ein Rückgang um 3,7 Prozent. Vor allem das Kurzarbeitergeld habe die Gefahr verringert, arbeitslos zu werden, erklärte die operative Direktionsgeschäftsführerin Bettina Wolf in einer Mitteilung. Eingestellt wurden bevorzugt Leute, die erst kurz vorher ihren Job verloren hatten. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen nahm im Jahresvergleich um 3,2 Prozent zu.

Zurzeit stiegen die Anzeigen der Unternehmen zur Kurzarbeit wieder, berichtete Wolf. Die Corona-Variante Omikron ziehe die Krise zwar in die Länge. Man sei aber gerüstet, auf sprunghafte Veränderungen zu reagieren und die Kurzarbeitsanträge zügig zu bearbeiten. Im Dezember hatten die Betriebe in 1200 Anzeigen Kurzarbeit für 11.900 Menschen neu beantragt.

Gleichzeitig werden in Hessen immer mehr Fachkräfte gesucht. Wolf bezeichnete es als bemerkenswert, dass die Zahl der offenen Stellen im Vergleich zum Vorjahr um fast 30 Prozent auf 50.520 zulegte. Den Unternehmen sagte sie Unterstützung ihrer Behörde bei Aus- und Weiterbildungen zu.

Die Vereinigung hessischer Unternehmerverbände bezeichnete den Aufschwung auf dem Arbeitsmarkt als „wackelig“. Rund 8000 Betriebe mit rund 100.000 Beschäftigten würden immer noch mit Kurzarbeitergeld gestützt. Es sei daher keine Zeit für arbeitsmarktpolitische Experimente der Ampelkoalition in Berlin, erklärte Hauptgeschäftsführer Dirk Pollert. Die Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns auf 12 Euro je Stunde dürfe nicht vor 2023 kommen.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund verlangte hingegen eine schnelle Umsetzung des höheren Mindestlohns und ein Ende der Aufstockung „unwürdiger Löhne“ durch die Sozialkassen. Die Arbeitgeber bedienten sich an Steuermitteln und ließen ihre Flucht vor Tarifverträgen von der Allgemeinheit finanzieren, kritisierte DGB-Bezirkschef Michael Rudolph. Der Gesetzgeber müsse die Ausweitung von Flächentarifverträgen unterstützen. dpa

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