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Hessens Industrie sehr besorgt über Kriegsfolgen

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Wolf Matthias Mang
Hessenmetall-Präsident Wolf Matthias Mang. © picture alliance / dpa/Archivbild

Putins Krieg in der Ukraine hat auch schwerwiegende Folgen für Hessens Wirtschaft. Diese trägt die Sanktionen gegen Russland mit, will aber auch nicht weiter gehen.

Frankfurt/Main - Hessens Metall- und Elektroindustrie sorgt sich um die ökonomischen Folgen des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine. Fast die Hälfte der Unternehmen hätte Kunden in Russland, Belarus oder der Ukraine, berichtete der Verband Hessenmetall am Freitag in Frankfurt auf der Grundlage einer Mitgliederumfrage. Zwei Drittel der Betriebe rechneten danach mit erheblichen Kostensteigerungen in Folge des Krieges. Mehr als jeder fünfte Betrieb fürchte spätestens bei Verlängerung oder Ausweitung des Konflikts um die eigene wirtschaftliche Existenz.

Hessenmetall-Präsident Wolf Matthias Mang verlangte, die Energiesteuer auf Benzin, Diesel, Erdgas und Heizöl bis Ende dieses Jahres zu halbieren und die deutsche Stromsteuer auf das europäische Mindestmaß knapp über Null zu senken. Zudem müsse das Energieangebot in Europa mittel- bis langfristig erhöht werden. Ein kurzfristiger Lieferstopp für russisches Gas und Öl sei aber wegen der gefährdeten Versorgungssicherheit kurzfristig nicht zu verantworten, sagte Mang und stellte sich damit hinter die Entscheidung der Bundesregierung.

Man trage die Sanktionen mit, gleichzeitig seien die Auswirkungen auf die Wirtschaft nicht zu unterschätzen, heißt es in einer Mitteilung der Industrie- und Handelskammer Frankfurt vom Freitag. Danach sehen sich rund 20 Prozent der von der IHK befragten Unternehmen als direkt von den Auswirkungen des Krieges betroffen. Weitere 42 Prozent fühlen sich indirekt involviert, beispielsweise über höhere Preise, Transportprobleme oder Lieferengpässe. Vor allem die hohen Energiekosten machen Sorgen. Als Reaktion wollen 38 Prozent der Umfrageteilnehmer die Preise für ihre Kunden erhöhen und 22 Prozent verschieben wegen der Unsicherheiten geplante Investitionen. dpa

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