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Hessens Wirtschaft erholt sich von Corona-Krise

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Eurobanknoten liegen auf einem Tisch. © Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa/Illustration

Nach dem Einbruch in der Pandemie geht es für die Wirtschaft im Land wieder aufwärts. Dabei profitiert Hessen von stark vertretenen Branchen wie der Luftfahrt. Das Vorkrisenniveau liegt aber preisbereinigt noch ein Stück entfernt.

Wiesbaden - Die hessische Wirtschaft hat sich im vergangenen Jahr vom Einbruch in der Pandemie erholt. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg 2021 preisbereinigt um 3,1 Prozent zum Vorjahr, wie das Statistische Landesamt am Mittwoch in Wiesbaden mitteilte. Im Corona-Krisenjahr 2020 war die Summe aller produzierten Waren und Dienstleistungen im Land noch um 4,7 Prozent geschrumpft.

Die Erholung fiel laut der vorläufigen Berechnungen der Statistiker etwas stärker aus als die im Bund, wo das BIP im vergangenen Jahr um 2,9 Prozent zugelegt hatte. Das Vorkrisenniveau hat die hessische Wirtschaft aber preisbereinigt noch nicht erreicht: Sie blieb 1,7 Prozent unter dem Niveau von 2019, also vor Ausbruch der Pandemie. Nominal lag die Wirtschaftsleistung mit 303 Milliarden Euro darüber.

Dass sich die Wirtschaft in Hessen stärker von der Krise erholte als in Deutschland insgesamt, liegt demnach am größeren Anteil der Dienstleistungsbranche am BIP in Hessen, wo zum Beispiel die Finanzbranche stark vertreten ist. Entsprechend kräftig habe das Land von den spürbaren Zuwächsen im Dienstleistungsbereich profitiert.

Noch stärker machte sich der Bereich „Handel, Verkehr, Gastgewerbe, Information und Kommunikation“ im Aufschwung bemerkbar. Mit 4,5 Prozent war der Zuwachs größer als im Bund, hieß es. „Maßgeblich war hier vor allem die Luftfahrt, die nach einem massiven Einbruch im ersten Pandemie-Jahr 2020 im Jahr 2021 wieder wachsen konnte“, erklärten die Statistiker. Mit dem Frankfurter Flughafen hat die Branche ein deutlich höheres Gewicht als im Bundesschnitt. Auch die Industrie konnte im Gleichschritt mit dem Bundeswachstum zulegen (plus 4,7 Prozent), erreichte aber das Vorkrisenniveau noch nicht.

Das hessische BIP wurde laut der Angaben von fast 3,5 Millionen Erwerbstätigen erwirtschaftet, die in Hessen ihren Arbeitsplatz hatten (minus 0,1 Prozent). Jede erwerbstätige Person erwirtschaftete rechnerisch einen Beitrag von 86.490 Euro, fast 9 Prozent mehr als im Bundesmittel (79.490 Euro) und der Spitzenwert unter den Flächenländern. Grund sei die Wirtschaftsstruktur Hessens und die große Zahl der Pendler, die im Land arbeiten, aber nicht dort wohnen.

„Hessens Wirtschaft ist insgesamt erstaunlich gut durch die Corona-Pandemie gekommen“, sagte Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne). Umfangreiche staatliche Unterstützung habe die enormen wirtschaftlichen Folgen des Lockdowns abfedern können. Dazu gehörten neben dem Kurzarbeitergeld und den Corona-Hilfen des Bundes auch die hessischen Programme, gerade für kleine und mittlere Unternehmen. Daher habe man manche Hilfen bis Sommer verlängert. dpa

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