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Viele Gärtner wetteifern jedes Jahr um den größten Kürbis.

Trendgemüse

Hessische Bauern setzen öfter auf Kürbis - zur Zierde und in der Küche

Der Kürbis hat an Bedeutung gewonnen: Zur Zierde, zu Halloween – und in der Küche. Der Trend ist nach Einschätzung von Bauern noch nicht am Ende.

Veganer Spaghetti-Kürbis mit Butter und Parmesan, Kürbis-Chili mit Fleisch sowie Kürbis-Secco und Kürbis-Apfelsaft: Hessische Bauern bieten immer mehr Produkte mit der klassischen Herbst-Frucht an. „Kürbisse eignen sich in der Küche für fast alles – vom Kürbiskernbrot über Suppen bis zu Aufläufen“, sagt Reiner Paul vom gleichnamigen Hof in Hofheim-Wallau. „Kürbisse sind bei den Deutschen sehr beliebt und gewinnen von Jahr zu Jahr an Bedeutung.“ Denn sie kämen auch dem wachsenden Bedürfnis entgegen, sich zumindest tageweise fleischlos zu ernähren.

Arno Schumacher vom gleichnamigen Hof im südhessischen Lampertheim serviert auf seinen Hoffesten auch Kürbispuffer, -maultaschen und -kuchen. Viele wüssten nicht, dass sich nicht nur Hokkaido-, Muskat- und Butternut-Kürbis sondern auch manche Zierkürbisse gut essen ließen, wie etwa der graue Hokkaido. Schumacher, der vor allem Zwiebeln und Buschbohnen anbaut, „überbrückt mit den Kürbissen die arbeitsärmere Zeit, wenn die Ernte vorbei ist, aber die Zwiebeln noch aufbereitet werden müssen“. Mindestens 100 verschiedene Sorten Kürbis baue er an.

„Die Frucht liegt im Trend“, sagt der Sprecher des Bauernverbands, Bernd Weber. „Die Zahl der Landwirte, die Kürbisse anbauen, hat in den vergangenen rund zehn Jahren zugenommen.“ Viele Bauern müssten sich wirtschaftlich breiter aufstellen. „Sie müssen sehen, wie sie ihr Einkommen sichern.“ Halloween, Schnitz-Wettbewerbe und Kürbisfeste trügen auch zur Beliebtheit der Herbst-Frucht bei, sagt Weber. Viele Kleingärtner wetteiferten jedes Jahr um den größten Kürbis.

Allerdings bleibt der Kürbis eine Spezialkultur. Von den rund 16 000 Landwirten in Hessen, bauten ungefähr 200 Kürbisse an, die meisten sowohl Speise- als auch Zierkürbisse, sagt Weber. Eine Statistik gebe es nicht. In Dürrejahr 2018 seien die Kürbisse und mancherorts auch die gesamte Ernte kleiner ausgefallen. Denn Kürbisse brauchten vor allem in der Größen-Wachstumsphase von Juni bis August viel Wasser, sagt Paul.

(lhe)

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