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Hessische Schausteller kämpfen mit großem Personalmangel

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Schausteller kämpfen mit großem Personalmangel
Besucher gehen über den Weihnachtsmarkt in Gießen. © Nadine Weigel/dpa/Archivbild

Kommen die vielen kleinen und großen Weihnachtsmärkte im Winter oder bremst die Energiekrise das bunte Treiben aus? Die hessischen Schausteller blicken zumindest dahingehen zuversichtlich Richtung Herbst und Winter.

Mengerskirchen - Die hessischen Schausteller kämpfen mit einem riesigen Personalmangel. „Die zwei Jahre Stillstand während der Corona-Pandemie haben dazu geführt, dass das Personal, das eingearbeitet und teilweise aus dem Ausland als Saisonkräfte angereist war, sich mittlerweile komplett anderweitig orientiert hat“, sagte Roger Simak, Geschäftsführer des Landesverbands für Markthandel und Schausteller Hessen, der Deutschen Presse-Agentur.

Gerade bei komplexen Fahrgeschäften sei die Einarbeitung des Personals jedoch nicht einfach. Das habe zur Folge, dass sich die Auf- und Abarbeiten der Schausteller auf den Volksfesten durch fehlendes oder nicht eingearbeitetes Personal teilweise fast verdoppelten, erklärte Simak. Bundesweit gibt es nach seinen Angaben rund 6000 Betriebe in der Branche, in Hessen liege die Zahl bei etwa 600: 400 klassische Schaustellerbetriebe und 200 im mittelalterlichen Bereich. Die Saisonarbeiter seien überwiegend aus Polen und mittlerweile vor allem aus Rumänien nach Hessen gekommen.

Beim Schaustellergewerbe habe er wegen der Corona-Pandemie derzeit aber keine Bedenken, erklärte der Geschäftsführer des Verbands mit Sitz in Mengerskirchen. Die Volksfeste liefen sehr gut. „Momentan spüren wir auch noch nichts davon, dass die allgemeinen Preissteigerungen auf die Volksfeste durchschlagen.“ Besorgt sei er aber wegen der Energiekrise. Es gebe aber bereits konstruktive Vorschläge zum Energieeinsparen wie etwa die Umstellung der Beleuchtung auf LED bei den Weihnachtsmärkten.

„Die Schausteller sind maximal flexibel und erfindungsreich, gerade in Notsituationen“, versicherte Simak. „Ich bin guter Dinge, dass die Weihnachtsmärkte stattfinden.“ Der Geschäftsführer warb jedoch beim Land und den Kommunen auch dafür, im Winter mit Augenmaß Entscheidungen zu treffen: Die Weihnachtsmärkte verbrauchten keineswegs unnötig Strom, sondern sorgten auch dafür, dass während der Zeit Hotels belegt werden, Tankstellen mehr Umsatz machten und die spontanen Einkäufe zunähmen.

Bei den Wochenmärkten in Hessen gebe es eine genau gegensätzliche Entwicklung: Während der starken Corona-Pandemie seien die Geschäfte sehr gut gelaufen. Wegen der allgemeinen Preisentwicklung und wegen des Personalmangels schaue er mit größeren Sorgen in die nahe Zukunft der Branche, berichtete Simak. dpa

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