+
Ob Nachrichtenauswahl, Interviewführung, Schreiben von Reportagen oder grafische Gestaltung: All das lag gestern in den Händen von 160 Jugendlichen. Sie haben am Produktionstag die heutige Junge Zeitung erstellt.

Junge Zeitung

Hier tagt die junge Klimakonferenz

  • schließen

Ob Nachrichtenauswahl, Interviewführung, Schreiben von Reportagen oder grafische Gestaltung: All das lag gestern in den Händen von 160 Jugendlichen. Sie haben am Produktionstag die heutige Junge Zeitung erstellt.

Frankfurt - Es ist eng im Konferenzraum im dritten Stock der Frankenallee. Circa 90 Jugendliche und deutlich weniger Redakteure drängeln sich rund um den Konferenztisch, als Desk-Chef Sven Weidlich die morgendliche Themenkonferenz eröffnet.

Auch ansonsten ging in der Redaktion am Freitag vieles einen ungewohnten Gang. Bereits zum zwölften Mal veranstaltete diese Zeitung das Projekt Junge Zeitung (PJZ). Gut 160 Jugendliche und junge Erwachsene im Alter zwischen 12 und 24 Jahren arbeiteten bereits seit Oktober an einer ganz besonderen Zeitungs-Ausgabe, der heutigen Jungen Zeitung mit dem Leitthema "Rettet das Klima".

Redaktionskonferenz mit 90 Schülern

"Ich finde es toll, dass sich so viele von euch am Projekt Junge Zeitung beteiligen", begrüßt Chefredakteur Dr. Max Rempel rund 90 Schüler und Studenten, die am Produktionstag ins Frankfurter Haupthaus gekommen sind. "Dieses Projekt ist auch für uns eine spannende Aufgabe." Desk-Chef Sven Weidlich sieht das ähnlich: "Ich freue mich über den frischen Wind und ich freue mich darauf, heute mit euch Zeitung zu machen."

Schon Monate im Voraus werden die Inhalte geplant, Interviews geführt, Illustrationen erdacht und skizziert. Redakteure dieser Zeitung besuchten regelmäßig Deutschklassen, Kunstkurse und Zeitungs-AG und standen vielen Teilnehmern ebenso wie die Lehrer mit Rat und Tat zur Seite. Doch den echten Produktionsprozess erleben die Schüler dann erst gestern vor Ort: Entweder in der Redaktion in Frankfurt oder den Außenredaktionen in Hofheim, Rüsselsheim, Limburg, Usingen oder Bad Homburg.

Aktuelle Nachrichten im Blick behalten

In der Konferenz in Frankfurt werden die Themen besprochen, die dann später auf den überregionalen Seiten der fertigen Tageszeitung landen. "Wir haben einen Artikel zur Spaltung der Generationen durch den Klimawandel", berichtet beispielsweise ein Jungredakteur der Politik-Redaktion.

Deskchef Sven Weidlich erklärt Yves, wo sein Kommentar erscheinen wird. Foto: Anna Grösch

Student Paul Bienwald, der im Feuilleton eingesetzt ist, brennt nach der Sichtung der Nachrichtenlage etwas anderes unter den Nägeln: "Das Thema, dass mir am meisten auf dem Herzen liegt: Justin Biebers neues Album erscheint heute", sagt er mit einem Augenzwinkern und sorgt damit für Heiterkeit in der Runde.

Nachdem auch die Ressorts Politik, Wirtschaft, Sport und die Frankfurter Lokalredaktion ihre Themen vorgestellt haben, beginnt die eigentliche Arbeit: Die Texte in Form bringen, passende Bilder suchen und eine ansprechende Überschrift finden. Dabei dürfen natürlich auch die tagesaktuellen Nachrichten nicht aus den Augen verloren werden.

"Fang einfach mal an zu schreiben und probier' aus", rät Redakteurin Astrid Kopp Schüler Niklas, der die richtigen Worte für seinen Vorspann über einen Artikel über Rudersport sucht.

Die 15 Jahre alte Annaline hat eine Reportage über das Vorfeld des Frankfurter Flughafens geschrieben, wo teilweise schon auf Elektromobilität gesetzt wird. Am Freitag hat sie mit ihren Mitreportern den Texten den Feinschliff verpasst. "Wir haben heute alles fertig gemacht und ins richtige Format gebracht", sagt sie. "Schwierig war, dass nun viel weniger Platz als gedacht war."

Medienkompetenz vermitteln

Auch Mattes, einer ihrer Mitschüler vom Goethe-Gymnasium, hat seine Texte am Freitag in der Redaktion fertig gemacht. Er hat ein Interview mit einem Mobilitätsforscher der Goethe-Universität geführt. "Erst war es gar nicht so leicht", erzählt er. Das war das erste Interview, was er bisher geführt hat. "Man hat aber recht viel gelernt."

Dass die Schüler viel lernen, wünscht sich auch der Chefredakteur der Frankfurter Neuen Presse, Dr. Max Rempel. "Ich hoffe, dass sie von hier auch eine gewisse Form der Medienkompetenz mitnehmen. In Zeiten der Polarisierung in der Gesellschaft ist das für uns ein wichtiger Weg um zu vermitteln, wie Journalisten arbeiten." In der heutigen Junge-Zeitung-Ausgabe freut er sich besonders auf den frischen Blick, den die Schüler in ihre Texte bringen. "Ich bin darauf gespannt, wie die Schüler und Studenten auf manche Themen schauen."

Seit Jahren ist die Zusammenarbeit mit den Schulen in der Region gut, für die zwölfte Junge Zeitung wurde sie sogar noch enger. Zahlreiche Lehrer sind so von dem Projekt überzeugt, dass sie in den vergangenen vier Monaten immer wieder ihrer Unterrichtszeit dafür zur Verfügung stellten. Deutsch- und Kunstklassen sowie Schülerzeitungs- und Medien-AGs machten geschlossen bei der Jungen Zeitung mit, bekamen regelmäßig Besuch von den Redakteuren dieser Zeitung und lernten im Unterricht etwas über Medien und Journalismus, erhielten Recherchetipps und arbeiteten an ihren Artikeln. Wir danken den folgenden Schulen und Universitäten, dass sie ihren Schülern und Studenten die Teilnahme an dem Projekt ermöglicht haben: Feldbergschule Oberursel, Fürst-Johann-Ludwig-Schule Hadamar, Georg-Büchner-Gymnasium Bad Vilbel, Goethe Schule Limburg, Goethe-Gymnasium Frankfurt, Goethe-Universität Frankfurt, Heinrich-Böll-.Schule Hattersheim, IGS Stierstadt, Kaiserin-Friedrich-Gymnasium Bad Homburg, Max-Planck-Schule Rüsselsheim, Tilemannschule Limburg, Weibelfeldschule Dreieich, Ziehenschule Frankfurt.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare