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Höchststand bei Krankschreibungen wegen psychischer Leiden

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Höchststand bei Krankschreibungen wegen psychischer Leiden
Eine Frau lehnt sich während des Abwasches in der Küche gegen einen Hängeschrank. © Annette Riedl/dpa/Illustration

Die Ausfalltage wegen psychischer Erkrankungen haben während der Pandemie in Hessen einen neuen Höchststand erreicht. Das Niveau lag 2021 mit durchschnittlich 2,8 Fehltagen pro Kopf um 49 Prozent über dem von vor zehn Jahren, wie aus dem „Psychreport“ der Krankenkasse DAK-Gesundheit hervorgeht. Ein psychischer Krankschreibungsfall dauerte im vergangenen Jahr durchschnittlich 39,5 Tage - auch dieser Wert war so hoch wie nie.

Frankfurt/Main - Für den Report hatte das Berliner IGES Institut Daten von mehr als 270.000 bei der DAK versicherten Beschäftigten in Hessen ausgewertet. „Damit haben wir eine breite und repräsentative Datenbasis“, teilte die DAK mit.

Im Branchenvergleich sind Beschäftigte im Gesundheitswesen mit 363 Fehltagen je 100 DAK-Versicherten am stärksten betroffen. Insgesamt verzeichnen die Arbeitnehmerinnen rund 43 Prozent mehr Ausfälle wegen Depressionen und vergleichbarer Leiden als ihre männlichen Kollegen. Frauen hatten 2021 acht Prozent mehr psychische Fehltage als im Vorjahr, Männer neun Prozent.

Die mit Abstand meisten psychischen Fehltage verursachen Depressionen. An zweiter Stelle folgen sogenannte Anpassungsstörungen. Gemeint ist ursprünglich eine Reaktion auf ein belastendes Lebensereignis wie einen Trauerfall. Das kann sich in negativen Veränderungen des Gemütszustandes oder Störungen des Sozialverhaltens ausdrücken. Laut DAK hat diese Diagnose „unter Pandemie-Bedingungen“ stark zugelegt: Die Anzahl der Fehltage wegen dieser Diagnose ist seit 2019 um mehr als ein Fünftel gestiegen.

„Unser Report zeigt, dass viele Menschen mit psychischen Erkrankungen extrem unter den anhaltenden Belastungen der Pandemie leiden“, sagte Britta Dalhoff, Leiterin der DAK-Landesvertretung in Hessen. Die Betroffenen fänden schwer wieder in ihren Berufsalltag zurück. Das habe viel mit den besonderen Arbeitsbedingungen unter Corona zu tun, aber auch mit Stigmatisierung: In vielen Firmen seien psychische Probleme weiter ein Tabu. dpa

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