Tourismus Experte

„Ich empfehle das Lahntal“

Mit dem Tourismus-Experten der Hessen Agentur, Herbert Lang, sprach Dieter Hintermeier über die beliebtesten Urlaubsziele in Hessen, schöne Städte und Jobmotor Tourismus.

Herr Lang, wo fühlen Sie sich als Torusimus-Experte in Hessen am wohlsten?

HERBERT LANG: Mein Lieblingsort ist Frankfurt, die Stadt, in der ich seit 1993 glücklich bin und gerne lebe. Ebenso mag ich Hessens kleine und größere Fachwerkstädte, die Weinberge der Bergstraße oder die schönen Landschaften des Odenwalds.

Wie oft haben Sie schon Ihren Urlaub in Hessen verbracht?

LANG: Das kann ich nicht genau sagen. Immer wenn es meine Zeit erlaubt, versuche ich, Neues in Hessen zu entdecken, da Hessen auch für Hessen ein attraktives Reiseziel ist. Gerne verbringe ich ein verlängertes Wochenende in den hessischen Regionen. Ich schätze Städtetrips mit einem Kulturhighlight, zum Beispiel in die documenta-Stadt Kassel, zum Musical-Sommer nach Fulda oder zu den Festspielen in Bad Hersfeld.

Wie viele Touristen besuchen in jedem Jahr unser Bundesland?

LANG: Nicht nur die hessischen Städte, sondern auch die vielen Naturlandschaften in Hessen werden immer attraktiver für Touristen: 2017 wuchs die Zahl der Gäste um 5,1 Prozent auf 15,3 Millionen, die der Übernachtungen um 4,6 Prozent auf 34,1 Millionen: Das sind historische Spitzenwerte! Damit lagen die Zuwachsraten bei den Übernachtungen in Hessen erstmals sogar höher als die Zuwachsrate im bundesweiten Durchschnitt, die bei drei Prozent liegt.

Welche wirtschaftliche Bedeutung hat denn der Tourismus?

LANG: Die Tourismuswirtschaft hat in Hessen eine hohe ökonomische Bedeutung, insbesondere als Jobmotor im ländlichen Raum und als Wirtschafts- und Standortfaktor in den großen Städten. Vom Tages- und Übernachtungstourismus in Hessen hängen direkt oder indirekt geschätzt 230 000 Arbeitsplätze sowie ein Einkommen von insgesamt 6,5 Milliarden Euro ab.

Welche Städte, welche Landschaften in Hessen stehen bei den Touristen hoch im Kurs?

Aus der Vielzahl muss man einige Beispiele herausnehmen: Das Lahntal mit seinen vielen schönen Seitentälern kann ich sehr empfehlen. Die Lahn führt durch unberührte Natur, führt an Schlössern, trutzigen Burgen und lebendigen Studentenstädten vorbei. Der Flussverlauf ändert sich ständig. Es gibt leichte Stromschnellen und viele Schleusen sowie den einzigen Schifffahrtstunnel Deutschlands. Durch diese interessanten Variationen ist die Lahn für den ungeübten Paddler ebenso wie für den erfahrenen Kanuten ein echtes Erlebnis.

Was sind die Trends im ländlichen Tourismus?

LANG: Zu den großen Trendthemen im ländlichen Tourismus zählen Entschleunigung, Regionalität, Authentizität und Nachhaltigkeit. Die Sehnsucht nach unverbrauchter Natur, Landidylle und „Heimatgefühl“ nimmt zu. Die hessischen Destinationen haben großes Potenzial, zu Sehnsuchtsorten der Zukunft zu werden und im Deutschlandtourismus mithalten zu können.

Wie lange bleiben Urlauber im Durchschnitt in Hessen?

LANG: Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer beträgt 2,2 Tage. Das berechnet sich aus den Tagesreisen, Kurzurlauben zum Beispiel in den Städten sowie längeren Aufenthalten und Familienurlauben in den ländlichen Regionen.

Lassen Sie uns einen Blick auf die Beherbergungsbetriebe im Land werfen. Wie sind diese aufgestellt?

LANG: Sehr gut, auch deswegen steigen die Gästezahlen in Hessen immer weiter. Das Gastgewerbe ist so vielschichtig wie unsere Gesellschaft. Wir haben mit dem DEHOGA Hessen einen professionellen Partner an der Seite, der sich um die vielen unterschiedlichen Belange seiner Mitglieder kümmert. Mit der Kooperation „Hessen à la carte“, einem Zusammenschluss von rund 100 Gastronomiebetrieben in allen Landesteilen, fördert und pflegt der DEHOGA die regionale Verankerung und die lokalen Besonderheiten der hessischen Küche und schafft einen touristischen Mehrwert für die Gäste

Was können die Betriebe tun, um dauerhaft im Wettbewerb zu bestehen?

LANG: Mitmachen. Der Hessische Tourismusverband, der DEHOGA Hessen und die Hessen Agentur haben vor kurzem die Bündelung der großen Qualitätsmarken des hessischen Tourismusmarktes vollzogen. Namentlich sind das die Hotelklassifizierung „Hotelsterne“, das Gütesiegel „Service Qualität Deutschland“, die „Hessen à la carte“-Restaurantkooperation sowie das Programm „Reisen für alle – Barrierefreies Reisen“. Den hessischen Betrieben steht nun unter dem Namen „Qualität kompakt“ ein effektives Qualitätsmanagement und professionelle Beratung zur Verfügung. Es trägt zu einer gästeorientierten Markttransparenz und einem fairen Wettbewerb im Beherbergungsgewerbe bei.

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