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Jugend soll sich laut der Initiative ?Demo? politisch engagieren ? so wie hier bei ?Pulse of Europe?.

Jugend gegen Rechtspopulisten

Initiative "Demo" will für Politik begeistern

Politikverdrossenheit bei jungen Menschen wird häufig beklagt. Ein neu gegründeter Verein will dem entgegenwirken: Er hat neue Ideen entwickelt, wie Jugendlichen Politik wieder nähergebracht werden kann.

Sinkende Wahlbeteiligung, immer weniger Parteimitglieder, Politikverdrossenheit: Die Jugend interessiert sich nicht mehr für Politik. Die gesamte Jugend? Nein, denn ein Verein namens „Demo“ hat sich auf die Fahnen geschrieben, Jugendliche wieder für Politik zu begeistern.

Ins Leben gerufen wurde „Demo“ von der Journalistin und Autorin Mareike Nieberding direkt nach der Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten 2016. Dessen Wahl sah Nieberding als „Sieg des Hasses über die Liebe, der Lüge über die Wahrheit, der Verachtung über die Empathie“. Parteipolitisch wollte sie nicht aktiv werden, also gründete sie „Demo“ als überparteiliche Jugendbewegung. Diese hat sich nach eigenen Angaben das Ziel gesetzt, in einer immer tiefer gespaltenen Gesellschaft den politischen Dialog wieder aufleben zu lassen. Dabei will „Demo“ Menschen auch über Partei- und Ideologiegrenzen hinweg ins Gespräch bringen.

Besonders setzt „Demo“ hier auf die „Stimme der Jugend“: Diese sei nämlich besonders idealistisch eingestellt und diesen Idealismus brauche eine Gesellschaft, um in neue Richtungen zu denken. Daher will Demo die Bedürfnisse junger Menschen vertreten und auch Spaß an Politik bei ihnen wecken. Denn gerade die Jugend sei es, die ihre eigene Zukunft auch selbst gestalten müsse. Neben dem bundesweiten Trägerverein, der unter anderem Geld und Werbematerialien stellt, gibt es über ganz Deutschland verteilt elf selbstständig arbeitende Regionalgruppen. Diese organisieren dann die Aktionen vor Ort. Auch im Rhein-Main-Gebiet gibt es eine Regionalgruppe.

Besonders entschieden will „Demo“ gegen „Rechtspopulisten“ vorgehen. Diese versuchten, „durch Lügen, Hetze und leeren Versprechungen Wahlen zu gewinnen“. Ein Widerspruch zum eigenen Anspruch der Überparteilichkeit? Nein, widerspricht Jana Kühnl von der Regionalgruppe Rhein-Main. Grundsätzlich könne jeder bei „Demo“ mitmachen, der dem politischen System und der freiheitlich-demokratischen Grundordnung nicht feindlich gegenüberstehe. Auch abweichende Meinungen zu Themen wie der Flüchtlingspolitik seien erlaubt. Jedoch bestehe bei offen zur Schau getragenem Rassismus oder Fremdenfeindlichkeit keine Diskussionsgrundlage mehr. Auch Sympathisanten und Wähler der AfD würden von ihr nach Chemnitz und anderen Vorfällen erst einmal in diese Kategorie eingeordnet. Allerdings müsse man weiterhin jeden Menschen erst einmal als Individuum betrachten und seine Motive verstehen.

Die Aktivitäten von „Demo“ sind vielfältig: So veranstalten die Regionalgruppen etwa Workshops an Schulen oder Veranstaltungen wie Poetry-Slams. Die größte Aktion der Rhein-Main-Regionalgruppe war bislang das „Politik-Pubquiz“, welches schon drei Mal veranstaltet wurde. Eine Neuauflage soll es am 9. Oktober in der Wiesbadener Kneipe „60/40“ geben. Fünf hessische Landespolitiker von CDU, SPD, Grünen, Linken und FDP sind dort eingeladen, um Fragen der Besucher zu beantworten. Diese können ihre Fragen auf Bierdeckel schreiben, welche anschließend von den Politikern beantwortet werden müssen. Auch weitere Spiele rund um Politik sind geplant.

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