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Interkulturelle Schulung wird Pflichtprogramm für Polizei

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Verständnis schaffen und Konfliktpotenzial entschärfen: Interkulturelle Schulung wird zum Pflichtprogramm für die Frankfurter Stadtpolizei. Seit Anfang Dezember werden alle Stadtpolizistinnen und -polizisten in einer Schulung weitergebildet in interkulturellem Auftreten und Verständnis für Menschen mit verschiedenen ethnischen, kulturellen und sexuellen Hintergründen, wie Sicherheitsdezernentin Annette Rinn (FDP) am Mittwoch sagte.

Frankfurt/Main - Die Schulung sei auf die Belange der Bediensteten abgestimmt. Ziel sei es, die Mitarbeiter weiter zu sensibilisieren und Konflikte durch respektvollen Umgang und Deeskalation zu vermeiden, etwa in einer Kontrollsituation.

Es gab keine Vorfälle oder Beschwerden, die Auslöser der Schulung waren, wie Karin Müller, Leiterin des Ordnungsamts, betonte. Das Konzept baue auf der Ausbildung auf, in der den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bereits Grundlagen für die Arbeit im diversen und internationalen Frankfurt gegeben würden. In Frankfurt hat gut die Hälfte der Einwohnerinnen und Einwohner einen Migrationshintergrund.

Es müsse ernst genommen werden, wenn junge Menschen mit Migrationshintergrund angäben, sie würden „immer wieder kontrolliert“, sagte Bürgermeisterin Nargess Eskandari-Grünberg (Grüne). Wichtig sei, bei der Schulung auch das Thema Racial Profiling anzusprechen - aber auch, der Stadtpolizei Rückhalt zu geben. Racial Profiling bezeichnet den Vorgang, wenn etwa Menschen aufgrund ihrer Hautfarbe, vermuteten Religion oder ethnischen Zugehörigkeit ohne konkreten Anlass kontrolliert werden.

Von den rund 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadtpolizei einschließlich der Verwaltung haben 36 einen Migrationshintergrund, wie Müller sagte. Zu hoch sollten die Erwartungen an eine internationalere Zusammensetzung aber nicht sein, so Eskandari-Grünberg: „Auch jemand mit Migrationshintergrund hat nicht automatisch mehr interkulturelle Kompetenz.“ dpa

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