Jäger erlegen weniger Rotwild: Spaziergänger schuld?

Hessens Jäger haben in den beiden vergangenen Jahren weniger Rothirsche erlegt als eigentlich vorgesehen. Das geht aus Angaben des Umweltministeriums und des Landesjagdverbands (LJV) hervor. Der Jagdverband machte dafür auch Spaziergänger verantwortlich: Weil immer mehr Menschen bis abends in den Wäldern unterwegs seien, käme das Wild daher kaum mehr aus seiner Deckung.

Wiesbaden - LJV-Geschäftsführer Alexander Miches forderte eine Anpassung des Waldgesetzes, um die Besucherströme in der Natur zu regulieren.

Nach Angaben des Landesjagdverbands wurden im vergangenen Jagdjahr (Zeitraum 1. April bis 31. März) hessenweit beim Rotwild 8266 der vorgeschriebenen 9017 Tiere zur Strecke gebracht. Im Jagdjahr zuvor waren es 8196 von 9029. Der Rückgang bei der Strecke betraf vor allem Alttiere, wie eine Antwort von Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) auf eine parlamentarische Anfrage der FDP-Landtagsabgeordneten Wiebke Knell ergab. Laut Knell wurden bei den Alttieren hessenweit lediglich 65 Prozent der festgesetzten Hirsche geschossen.

Eine Statistik des Umweltministeriums veranschaulicht, dass die Jagdquoten in den einzelnen Hegegemeinschaften unterschiedlich ausfallen. So sollten in der Hegegemeinschaft Spessart beim Forstamt Jossgrund 146 Alttiere geschossen werden, tatsächlich erlegt wurden 2019/2020 jedoch lediglich 85 Tiere. In der Hegegemeinschaft Riedforst beim nordhessischen Forstamt Wehretal wurden alle 18 geplanten Abschüsse realisiert.

Aber auch bei jüngeren Tieren wurden die festgesetzten Quoten oft nicht erreicht. So wurden in der Hegegemeinschaft Odenwald beim Forstamt Beerfelden 53 Rothirsche geschossen. Geplant waren 86. Im Reinhardswald beim Forstamt Reinhardshagen wurden 107 Rothirsche erlegt, eigentlich hätten es 180 sein sollen. dpa

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