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Jäger und Wissenschaftler sorgen sich um Rotwild-Bestand

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Jäger und Wissenschaftler sorgen sich Rotwild
Ein Rothirsch steht in einem Waldgebiet am Wildpark Neuhaus im Solling. © Swen Pförtner/dpa/Symbolbild

Wildbiologen und Jäger sehen den gesunden Bestand des Rotwildes in Hessen in Gefahr. Ursache ist ein Inzuchtproblem, da der genetische Austausch unter den Tieren nach Einschätzung der Experten zu gering ist. Als Grund wird unter anderem das wachsende Autobahnnetz und die Zersiedlung der Landschaft genannt, die den Lebensraum der Wildtiere einengen und zerschneiden.

Wiesbaden/Gießen - „In einem Drittel der Gebiete im Bundesland müssen wir uns aufgrund mangelnder genetischer Vielfalt ernsthaft um den mittelfristigen Erhalt dieser Art als gesunde Populationen sorgen“, mahnt Professor Gerald Reiner vom Arbeitskreis Wildbiologie der Justus-Liebig-Universität Gießen. Zwischen den rund 20 Rotwildgebieten in Hessen gebe es keinen oder nur mangelhaften Austausch, da vor allem die Hirsche kaum von einem Gebiet ins andere wandern könnten. Das liege unter anderem daran, dass eine Autobahn eine kaum überwindbare Hürde für die Tiere sei.

Schadhafte Gene, die beispielsweise zu Missbildungen führen, könnten sich in der Population ausbreiten. In Hessen seien bereits sechs Kälber entdeckt worden, die einen verkürzten Unterkiefer haben, berichtet der Veterinärmediziner. Die Inzucht schreite mit jeder Brunft weiter voran, warnt auch Markus Stifter, Sprecher des Landesjagdverbandes. dpa

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