Frankfurter Legende

Jung, blond, schön ? tot: Rosemarie Nitribitt wurde vor 60 Jahren ermordet

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Rosemarie Nitribitts Leiche wird am 1. November 1957um 17.30 Uhr in ihrer Neubauwohnung in der Stiftstraße 36 am Eschersheimer Tor gefunden. Vor der Tür stapeln sich bestellte Brötchentüten von drei Tagen, dahinter bellt der Hund . Nachbarn haben Verdacht geschöpft und die Polizei gerufen, die die Tür öffnen lässt. Im Innern finden sie die Leiche der 24-Jährigen, mit Würgemalen am Hals und einer Platzwunde am Kopf. Rosemarie Nitribitt kämpfte gegen ihren Mörder, bevor er ihr die Luftröhre abquetschte. Die Fußbodenheizung in der Wohnung ist aufgedreht, der verwesende Körper muss bestialisch stinken. Wohl deshalb reißen die Frankfurter Polizeibeamten eines der Fenster auf – ein fataler Fehler. Denn ohne die Temperatur im Raum zu kennen, können die Gerichtsmediziner den Todeszeitpunkt Nitribitts nicht bestimmen. Im Totenschein wird der 1. November 1957 eingetragen. Nitribitt kann aber genau so am 29., 30. oder 31. Oktober ermordet worden sein. Die weitaufgerissenen Fenster sind die erste in einer ganzen Reihe von Ermittlungspannen. Akten verschwinden, Zeugen werden nur oberflächlich befragt. Bald kommt das Gerücht auf, der Mordfall solle gar nicht aufgeklärt werden – zu groß seien die Verstrickungen der mächtigsten Männer im Land mit der „Lebedame“.

Rosemarie Nitribitts Leiche wird am 1. November 1957um 17.30 Uhr in ihrer Neubauwohnung in der Stiftstraße 36 am Eschersheimer Tor gefunden. Vor der Tür stapeln sich bestellte Brötchentüten von drei Tagen, dahinter bellt der Hund . Nachbarn haben Verdacht geschöpft und die Polizei gerufen, die die Tür öffnen lässt. Im Innern finden sie die Leiche der 24-Jährigen, mit Würgemalen am Hals und einer Platzwunde am Kopf. Rosemarie Nitribitt kämpfte gegen ihren Mörder, bevor er ihr die Luftröhre abquetschte. Die Fußbodenheizung in der Wohnung ist aufgedreht, der verwesende Körper muss bestialisch stinken. Wohl deshalb reißen die Frankfurter Polizeibeamten eines der Fenster auf – ein fataler Fehler. Denn ohne die Temperatur im Raum zu kennen, können die Gerichtsmediziner den Todeszeitpunkt Nitribitts nicht bestimmen. Im Totenschein wird der 1. November 1957 eingetragen. Nitribitt kann aber genau so am 29., 30. oder 31. Oktober ermordet worden sein. Die weitaufgerissenen Fenster sind die erste in einer ganzen Reihe von Ermittlungspannen. Akten verschwinden, Zeugen werden nur oberflächlich befragt. Bald kommt das Gerücht auf, der Mordfall solle gar nicht aufgeklärt werden – zu groß seien die Verstrickungen der mächtigsten Männer im Land mit der „Lebedame“.

Millionenerbe Gunter Sachs, Krupp-Erbe Harald von Bohlen und Halbach, der Industrielle Harald Quandt – nur drei ihrer bekannten Kunden. Angeklagt wird drei Jahre nach dem Mord schließlich ein anderer: Heinz Pohlmann, ein Bekannter Nitribitts, der verschuldet ist und dem eine Zeugin im Laufe des Mordprozesses ausgeprägten Jähzorn unterstellt. Das Motiv des Handelsvertreters: Geldnot. Ob aus der Wohnung von Rosemarie Nitribitt etwas gestohlen wurde, lässt aber sich nicht zweifelsfrei feststellen. Freunde berichten, Nitribitt hätte stets mehr Bargeld zuhause gehabt als die 1200 Mark, die die Polizei dort fand. Pohlmann beteuert während des  Gerichtverfahrens seine Unschuld. „So wahr mir Gott helfe, bin ich kein Mörder und unschuldig am Tode der Nitribitt.“ Der Prozess wird schließlich aus Mangel an Beweisen eingestellt, dem Angeklagten kann nichts nachgewiesen werden. Nitribitt hinterlässt ein Vermögen von 90.000 Mark. 

Was bleibt, ist der Mythos um Nitribitt, die „berühmteste Hure des Landes“. Die Freier aus ihrem Mercedes-Benz 190 SL ansprach, mehrer Sprachen mächtig war, ein Vermögen hütete. Die teuer eingerichtete Wohnung, luxuriöse Kleidung, der weiße Pudel „Joey“. Zum öffentlichen Bild Nitribitts trägt erheblich der Film „Das Mädchen Rosemarie“ aus dem Jahr 1958 bei, er wird ein Kassenschlager. Plötzlich kennt man auch außerhalb von Frankfurt den Namen Rosemarie Nitribitt.

Die echte Rosalie Marie Auguste Nitribitt, die 1933 in Düsseldorf als uneheliche Tochter einer 18-Jährigen zur Welt kam, kennt hingegen kaum jemand.

Ihre junge Mutter war als „Schwachsinnige“ bezeichnet worden, der Vater hatte sich geweigert, Unterhalt zu zahlen. Nitribitt wird als Elfjährige vergewaltigt, drei Jahre später beginnt sie, sich zu prostituieren. Nitribitt gibt Widerworte und wird weitergereicht von Kinderheim zu Pflegefamilien, reißt immer wieder aus. „Moralisch völlig verwahrlost“, nennt das Jugendamt Mayen das damals 14-jährige Mädchen in einem Beschluss. Irgendwann hält Rosalie Marie nichts mehr, sie zieht nach Frankfurt, nennt sich Rosemarie und schafft sich ihr kleines Imperium als Prostituierte „Rebecca“. Lernt Englisch, Französisch, besucht Kurse in „gutem Benehmen“. Ihre Kunden sucht sie sich aus, fährt ihnen miz offenen Verdeck nach und nimmt sie mit nach Hause. Hat sie sich dabei Feinde gemacht? Angeblich waren in den Vasen ihrer Wohnung Mikrofone versteckt, die Gespräche mit den Freiern aufzeichneten. "Irgendwann schlägt mir noch einer den Schädel ein", sagt sie selbst einige Wochen vor ihrem Tod.

Rosemarie Nitribitts Schädel, der nach dem Mord als Beweismaterial von der Polizei Frankfurt behalten wurde, wurde 2010 ihren sterblichen Überreste beigesetzt. Der letzte ihrer Freier ist tot, der weiße Pudel auch. Das „Nitribitt-Haus“ in der Stiftstraße 36 ist heute ein Kulturdenkmal. Aber noch immer werden Blumen am Grab auf dem Düsseldorfer Nordfriedhof abgelegt. Noch 60 Jahre später spricht über das bemerkenswerte Leben und den rätselhaften Tod der „blonden Rosie“.

   

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