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Protestzeichen im Treburer Forst im August 2015.

Proteste

Kampf gegen die Waldrodung

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Es soll ein erstes Zeichen im neuen Jahr gegen Waldzerstörung und das Terminal 3 sein: Im Treburer Oberwald protestieren die Bürgerinitiativen von Mörfelden-Walldorf und Trebur mit Naturschützern von Robin Wood für den Erhalt einer Waldfläche. die die Fraport für den Bau eines Autobahnanschlusses für das Terminal 3 beansprucht. Eine aktuelle Entscheidung macht den Demonstranten besondere Sorgen.

„Schön ist es dort nicht, aber es ist schön, wenn Ihr kommt“: so lädt Petra Schmidt von der Bürgerinitiative Mörfelden-Walldorf ihre Mitstreiter für den Sonntag um 14 Uhr an die Widderschneise zwischen Walldorf und Zeppelinheim im Treburer Forst ein. Mit 50 Menschen rechnen die Veranstalter, die ein erstes Protest-Zeichen 2018 setzen wollen. Einen Tag später tritt die vom Regierungspräsidium Darmstadt genehmigte Besitzeinweisung des Treburer Oberwaldes in Kraft. Es berechtigt den Flughafenbetreiber Fraport zu ersten ökologische Voruntersuchen des Areals. Ein weiterer Schritt in Richtung Bauvorhaben, dem jetzt nichts mehr als der Protest der Bürger im Wege zu stehen scheint – nachdem die Gemeinde Trebur Ende 2017 dem Verkauf des Grundstücks nach Jahren zugestimmt hat. Wir haben die wichtigsten Fakten zum Streit zusammengetragen:

Wo liegt der Treburer Oberwald – und um welche Fläche geht es genau?

Der Treburer Oberwald liegt östlich an der A 5, zwischen der Anschlussstelle Zeppelinheim und dem Walldorfer Badesee. Bei der umstrittenen Fläche handelt es sich um ein etwa sechs Hektar großes Areal bei Zeppelinheim. Nach den vorliegenden Plänen sollen dort 4,5 Hektar Wald gerodet werden, weitere 1,5 Hektar wären sogenannte „Verfügungsfläche“ für die Bauarbeiten.

Was hat die Fraport AG damit vor?

Sie will auf diesem Gelände einen Autobahnanschluss für das neue Terminal 3 im Süden des Airports bauen. Die neue Anschlussstelle für das Terminal soll etwas weiter südlich als die heutige entstehen.

Wofür könnte das Terminal 3 konkret verwendet werden?

Der Flughafenbetreiber überlegt, am Terminal 3 zuerst Abfertigungsanlagen für Billigflieger wie Ryan Air zu errichten. Diese Fluglinien wurden Anfang 2017 mit günstigen Fluggebühren nach Frankfurt gelockt. Deshalb könnte die Rodung des Waldes schneller bevorstehen als bislang gedacht. Die verkehrliche Anbindung ist Bestandteil des Planfeststellungsbeschlusses von 2007 zum Bau des Terminals 3.

Ist der Treburer Oberwald nicht „Bannwald“, steht also unter Schutz?

Das war er einmal. Doch der Schutzstatus „Bannwald“ wurde für die betroffene Waldfläche aber bereits 2007 im Rahmen der Planfeststellung und deren Beschluss aufgehoben.

Welche Rolle spielt der Langener Bannwald?

Er befindet sich nur wenige Kilometer vom Oberwald entfernt. Dort sind in den vergangenen Wochen etliche Hektar Wald für die Erweiterung der Sehring-Kiesgrube gefallen, die das Baumaterial für das Terminal 3 sichern soll. Der Wald, so mahnen die Bürgerinitiativen und Robin Wood, sei notwendig zur Naherholung, als Lärmschutz, Luftfilter und nicht zuletzt als Lebensgrundlage für zahlreiche Tierarten.

Der Treburer Oberwald liegt direkt bei Zeppelinheim, weit ab von Trebur. Wie kommt die Gemeinde zu einem Waldgebiet so weit ab von seinen Ortsgrenzen?

Das ist historisch begründet. Trebur war früher eine Kaiserpfalz, die mit Ländereien ausgestattet wurde. Alles, was innerhalb eines Tagesmarsches lag (das waren damals rund 25 Kilometer), gehörte zum Besitz der Pfalz.

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