Corona-Test

Corona im Abwasser – Experte ist sich sicher: „Virus verliert den Schutz“

  • Valerie Schaub
    vonValerie Schaub
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  • Sarah Neumeyer
    Sarah Neumeyer
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Im Kampf gegen Corona steht eine neue Methode im Fokus. Diese könnte einen wichtigen Zeitgewinn bringen.

  • Durch Tests lässt sich eine Infektion mit Corona* nachweisen.
  • Im Fokus steht eine neue Methode, mit der sich Übertragungen mit dem Virus nachvollziehen lassen.
  • Ein Experte  aus Kassel lässt jetzt die Bombe platzen - mit unserer Newsapp bleiben Sie immer auf dem Laufenden

Kassel - Im Kampf gegen die Ausbreitung von Corona gibt es eine neue Entwicklung. Kläranlagen könnten eine wichtige Rolle im Kampf gegen das neuartige Coronavirus spielen. Denn im Abwasser lässt sich das Virus nachweisen. Ein Experte aus Kassel lässt jetzt die Bombe platzen, wie hna.de* berichtet.

Corona in Kassel: Abwasser gibt Aufschluss über Infektionen 

Bei einer Infektion mit Corona gibt es verschiedene Möglichkeiten, um die Sars-CoV-2-Erreger nachzuweisen. Der bekannteste Test bei Patienten mit corona-typischen Symptomen ist ein Rachenabstrich. Dieser kann für die Patienten unangenehm sein, denn es wird ein Abstrich von der hinteren Rachenwand gemacht. Bei vielen Patienten im Klinikum Kassel* fällt der Abstrich zunächst negativ aus. Bei einer Wiederholung des Tests werden die Patienten jedoch positiv auf das Coronavirus getestet*.

Eine weitere Möglichkeit, um eine Infektion mit Sars-CoV-2 nachzuweisen, ist die Untersuchung einer Stuhlprobe. Bei einer Infektion gelangen die Viren mit den übrigen Exkrementen ins Abwasser und sind dort nachweisbar. Kläranlagen - auch in Kassel - könnten daher Aufschluss darüber geben, wo Personen mit Corona infiziert sind. Auch unbemerkte Übertragungen könnten so nachgewiesen werden, ohne jede einzelne Person testen zu müssen. Weltweit wird derzeit nach einem Impfstoff gegen das Coronavirus* gesucht.

Corona-Test: Experte aus Kassel lässt Bombe platzen

„Kläranlagen machen keine Virenbehandlung“, sagt Otto Wilhelm Vicum, der beim Regierungspräsidium Kassel das Dezernat mit dem Thema Abwasser leitet. Dennoch besteht wohl kein Grund zur Panik. „Wir gehen davon aus, dass die äußere Schutzhülle des Virus auf dem Weg zur Kläranlage verloren geht“, sagt Vicum. Die Coronaviren im Abwasser sind nach derzeitigem Stand also nicht mehr infektiös, lässt er die Bombe platzen. 

Nicht gerade sauber, was bei einer Kläranlage ankommt - Coronaviren inklusive.

Der Nachweis von Corona im Abwasser in Kassel hat im Vergleich zu anderen Tests einen klaren Vorteil: einen Zeitgewinn. Denn im Abwasser könne das Virus bereits nachgewiesen werden, wenn Infizierte noch keine Symptome zeigen, so Vicum. Und eine Bestimmung von Durchschnittswerten sei einfacher, als von 500 Personen einen Abstrich zu machen. 

Kassel: Coronavirus im Abwasser nicht mehr infektiös

„Ob das gelingt, wird sich zeigen. Ich bin ganz zuversichtlich“, sagt der Leiter des Dezernats Abwasser beim Regierungspräsidium Kassel. Es gebe noch viel Forschungsbedarf. Zu der Methode werde bereits in vielen Ländern geforscht und auch die EU stelle Mittel zur Verfügung.

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Rubriklistenbild: © Corinna Schwanhold, dpa

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