Kaum Frauen in den Chefetagen öffentlicher Unternehmen

Bei den 29 Unternehmen in Hessen mit einer Beteiligung des Landes von mehr als 50 Prozent sind Frauen in den Chefetagen deutlich unterrepräsentiert. Von insgesamt 39 Posten als Vorstand oder in der Geschäftsführung sind nur 7 mit einer Frau besetzt. Dies geht aus einer Antwort des Finanzministeriums in Wiesbaden auf eine parlamentarische Anfrage der Linksfraktion im hessischen Landtag hervor.

Wiesbaden - Von den 165 Sitzen in Aufsichts- oder Verwaltungsräten haben 47 eine Frau inne. In die Statistik wurden privatrechtliche und öffentlich-rechtliche Unternehmen mit Sitz in Hessen aufgenommen, an denen das Land eine Beteiligung von mehr als der Hälfte hält. Bei den zehn Stiftungen mit Sitz in Hessen sind von 32 Vorstandsposten nur 5 weiblich besetzt. Ein ähnliches Bild zeigt sich der Statistik zufolge auch in den Stiftungsräten oder Kuratorien.

„Das Land ist bestrebt, den Frauenanteil kontinuierlich zu erhöhen, sofern es eine Unterrepräsentanz von Frauen gibt“, erklärte ein Sprecher des Finanzministeriums. Hierzu habe es sich zum Teil gesetzlich und zum Teil durch Vorgaben verpflichtet. „Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Positionen nicht allein durch das Land besetzt werden, sondern vielfach auch ein Mitwirken der Mitgesellschafter notwendig ist“, erläuterte der Sprecher.

Teilweise sind Aufsichtsratspositionen als sogenannte geborene Mandate auch an bestimmte Personen geknüpft, etwa die des Wirtschafts- oder Finanzministers. „Unabhängig davon verfolgt das Land das Ziel, dass bei Besetzungsverfahren ausreichend Kandidatinnen zur Verfügung stehen“, teilte der Ministeriumssprecher mit. „Das Land legt auch Wert darauf, dass auf den Hierarchieebenen unter Vorstand und Geschäftsführung auf Frauenförderung geachtet wird.“ dpa

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