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Nach monatelangen Kämpfen: Truppen unter kurdischer Führung nehmen Mossul ein.

Siebenjähriger an irakisch-syrischer Grenze übergeben

Kind von Kasseler IS-Anhänger aus Syrien zurückgeholt

Der siebenjährige Sohn von IS-Anhängern aus Kassel soll nach HNA-Informationen aus Syrien zurückgeführt worden sein.

Einem Bericht der Bild-Zeitung zufolge wurde der Junge an der syrisch-irakischen Grenze von seinen Großeltern in Empfang genommen. Das Auswärtige Amt bestätigte auf Anfrage lediglich, dass vier Kinder, die sich bislang in Nordsyrien in Gewahrsam befunden haben, Syrien verlassen konnten.

„Die Kinder wurden an der irakisch-syrischen Grenze von Mitarbeitern des Generalkonsulats Erbil in Empfang genommen und werden an die Angehörigen übergeben. Von dort aus reisen Kinder und Angehörige nach unserer Kenntnis nach Deutschland aus“, teilte die Behörde mit.

Wie unsere Zeitung im April berichtet hatte, wurde der Junge aus Kassel vom IS verschleppt, nachdem seine Eltern in Kämpfen für die Terrormiliz gefallen sein sollen. Eine kleine Tochter des Paares gilt als vermisst. Der Spiegel berichtete, der Siebenjährige habe seit dem Sieg über den IS in Syrien bei anderen Familien von IS-Kämpfern in einem nordsyrischen Gefangenenlager gelebt.

Großmütter hatten Kontakt zu Auswärtigen Amt aufgenommen

Seine Großmütter, die beide in Nordhessen wohnen, hatten nach HNA*-Informationen nach der Nachricht vom Tod seiner Eltern Kontakt zum Auswärtigen Amt aufgenommen, um seine Ausreise zu erreichen. Offenbar mit Erfolg: Mit der gestrigen Rückführung der vier Kinder hat das Auswärtige Amt erstmals die Heimkehr von Kindern deutscher IS-Anhänger organisiert. Bei ihnen handelt es sich laut der Nachrichtenagentur dpa um drei Waisen und ein sechs Monate altes, krankes Baby. Alle vier sollen demnach laut einem Sprecher der kurdischen Behörden in Syrien im Gefangenenlager Al-Haul im Nordosten Syriens gelebt haben.

Die Rückkehr von Kindern deutscher IS-Anhänger wird seit Längerem diskutiert. Die Bundesregierung verwies darauf, dass es in Syrien derzeit keine deutsche diplomatische Vertretung gebe, die deutschen Behörden also nicht tätig werden können. Das Berliner Verwaltungsgericht hatte aber im Juli entschieden, dass die Regierung Angehörige von IS-Kämpfern zurückholen muss.

Lesen Sie außerdem: IS-Anhänger aus Kassel verklagt die Bundesregierung

Von Nicole Schippers

*HNA.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

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