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Der verunglückte Reisebus. 

Unglück in Norddeutschland

Nach tödlichem Busunfall mit Kindern aus Hessen: Fahrer vor Gericht 

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Bei einem Busunfall nördlich von Lübeck sind im vergangenen Jahr 46 Menschen verletzt worden, darunter hauptsächlich Kinder und Jugendliche aus Hessen. Nun steht der Fahrer vor Gericht.

Update, 13. August 2019, 11:51 Uhr:  Über ein Jahr nach einem tödlichen Reisebusunfall muss sich ein 52 Jahre alter Fahrer seit Dienstag wegen fahrlässiger Tötung vor dem Amtsgericht in Oldenburg verantworten. Ihm wird vorgeworfen, im Juni 2018 im Kreis Ostholstein einen Zusammenstoß seines mit Ferienkindern aus dem Schwalm-Eder-Kreis besetzten Reisebusses mit einem Rettungswagen verursacht zu haben. 

Schwerer Unfall: 30 Menschen verletzt 

Bei dem Unfall wurden 30 Menschen verletzt, ein 22 Jahre alter Betreuer erlag zwei Tage nach dem Unfall seinen schweren Verletzungen. Laut Anklage hatte der Busfahrer ein vor ihm haltendes Auto zu spät bemerkt und war auf die Gegenfahrbahn ausgewichen, um eine Kollision zu vermeiden. Dabei übersah er den mit Blaulicht und Martinshorn herannahenden Rettungswagen und stieß frontal mit ihm zusammen. In dem Reisebus saßen 38 Kinder mit 11 Betreuern. Die Gruppe war auf der Rückfahrt von den Karl-May-Spielen in Bad Segeberg in ihr Ferienlager in Dahme an der Ostsee. Ob am Dienstag bereits ein Urteil verkündet werden sollte, stand zunächst nicht fest.

38 Kinder aus Nordhessen bei Busunfall verletzt: ein Betreuer schwer verletzt

Erstmeldung vom 1. Juli 2018, 11:35 Uhr: Der Bus war am Samstagabend mit 42 Kindern, 5 Betreuern und dem Fahrer auf dem Weg in ein Ferienlager, als er mit einem Rettungswagen kollidierte. Zwei Personen - ein Kind und vermutlich ein Betreuer - wurden mit schweren Verletzungen in eine Klinik geflogen. Die meisten Unfallbeteiligten wurden bei dem Zusammenstoß leicht verletzt, wie die Polizei am Sonntag mitteilte.

Lebensgefahr für Betreuer

Insgesamt wurden 52 Menschen bei dem schweren Verkehrsunfall verletzt. Einer der Betreuer, ein 22-jähriger Mann, schwebt aktuell in akuter Lebensgefahr, heißt es vonseiten der Polizei.

In der Ortschaft Rüting im schleswig-holsteinischen Grömitz war dem Reisebus ein Rettungswagen im Einsatz entgegengekommen. Ersten Polizeierkenntnissen zufolge wollte ein vor dem Bus fahrender Autofahrer nach links abbiegen, wartete aber, um den Rettungswagen passieren zu lassen. Den Ermittlungen zufolge soll der Busfahrer daraufhin in den Gegenverkehr gefahren sein, um dem stehenden Auto auszuweichen. Dabei kam es gegen 18.40 Uhr am Samstag zum Unfall.

Großaufgebot an Helfern

Die beteiligten Kinder sind Polizeiangaben zufolge zwischen 10 und 15 Jahre alt. Sie stammen laut einem Sprecher der Polizei Lübeck mehrheitlich aus dem Schwalm-Eder-Kreis südlich von von Kassel.

Während der polizeilichen Unfallaufnahme sowie den Rettungs- und Bergungsarbeiten waren in der Spitze rund 100 Einsatzkräfte vor Ort. Darunter Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren Kabelhorst - Schwienkuhl und Lensahn, 38 Krankentransportwagen, Rettungswagen und Notarztfahrzeuge. Ein leitender Notarzt, acht Notärzte, elf Seelsorger und die drei Schnellen Einsatzgruppen des Kreises Ostholstein kümmerten sich um die Verletzten. Die seelsorgerische Betreuung der betroffenen Kinder und Beteiligten wurde durch Mitarbeiter der Psychosozialen Notfallversorgung (PSNV) des Kreises Ostholstein und der Nordkirche intensiv im Ferienlager weiter betrieben.

Die Unfallursache steht zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht fest. Die Ermittlungen in dieser Sache dauern weiter an. Auf Anordnung der Lübecker Staatsanwaltschaft wurde ein Sachverständiger hinzugezogen. Er nahm noch am gestrigen Abend seine Arbeit an der Unfallstelle auf. Die beteiligten Fahrzeuge wurden für weitere Untersuchungen sichergestellt. Die genaue Sachschadenshöhe steht derzeit noch nicht fest.

marv mit dpa 

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