Malu Dreyer
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Malu Dreyer, SPD-Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz.

Kirche will Afghanen helfen: Dreyer besucht Synode

500 Jahre nach Martin Luthers Auftritt in Worms kommt hier eine Kirchensynode zusammen. Afghanistan, Hochwasser, Corona und Sparkurs - ihre Themenpalette ist breit. Auch eine Landesmutter spricht.

[Worms - ]Die Kirchensynode der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) hat sich für Flüchtlinge aus Afghanistan eingesetzt. Sie stimmte in Worms nach eigenen Angaben mit überwältigender Mehrheit einer Resolution zu, die Bund und Länder auffordert, bereits hier lebenden Geflüchteten eine sichere Perspektive zu geben. Präses Ulrich Oelschläger erinnerte am Samstag an die Terroranschläge in den USA genau 20 Jahre zuvor, die schließlich zum Krieg in Afghanistan geführt hätten.

Die 80 Synodalen und 60 per Video zugeschalteten Delegierten waren an einem historischen Ort zusammengekommen: 500 Jahre nach dem Auftritt des Urhebers der Reformation, Martin Luther, vor dem Reichstag in Worms beriet die mit einem Kirchenparlament vergleichbare Synode in der Stadt am Rhein. Die EKHN erstreckt sich auf Gebiete in Hessen und Rheinland-Pfalz.

Die Mainzer Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) sagte bei der Synode nach Angaben der EKHN vom Sonntag zu, die Integration für afghanische Flüchtlinge voranzutreiben, auch mit besseren rechtlichen Voraussetzungen. Sie sprach sich laut EKHN für dauerhafte Aufenthaltsgenehmigungen für Geflüchtete aus dem asiatischen Land aus, das kürzlich von den militant-islamistischen Taliban erobert worden war: „Wir brauchen eine Perspektive für die Menschen.“

Dreyer dankte der EKHN zudem für ihre Hilfe nach der Flutkatastrophe und in der Corona-Pandemie. In den Flutgebieten im Ahrtal seien auch Kirchen und Gemeindehäuser zerstört oder schwer beschädigt worden. Die Kirche habe vielen Menschen Trost zu spenden versucht.

Die Flutkatastrophe sei neben der Corona-Pandemie die zweite große Krise, die Rheinland-Pfalz aktuell meistern müsse. „Corona ist leider noch nicht vorbei“, betonte Dreyer. Sie könne nur alle Menschen ermutigen, sich impfen zu lassen, um sich selbst, aber auch andere vor einer Infektion zu schützen. Sie sei der EKHN daher sehr dankbar, dass sie die Kampagne #EinPikserFürAlle gestartet habe und damit für die Impfung werbe.

Die Synode debattierte zudem laut der Landeskirche über den Reformprozess „ekhn2030“. Ein Papier, über das im November weiter beraten werden soll, sieht etwa vor, dass die gesamtkirchlichen Zuweisungen für Gebäude bis 2030 um bis zu 20 Millionen Euro gekürzt werden müssen. Die stärksten Einschnitte soll es bei den 900 Gemeindehäusern geben: Um zu nennenswerten Einsparungen zu kommen, müsste etwa jedes zweite aus der gesamtkirchlichen finanziellen Unterstützung genommen werden. Die evangelische und die katholische Kirche in Deutschland haben in den vergangenen Jahren viele Mitglieder und damit Kirchensteuereinnahmen verloren. [dpa]

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