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Kirschbauern in Hessen stehen zunehmend unter Druck

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Kirschanbau
Kirschbäume stehen auf einer Plantage. © Swen Pförtner/dpa/Archivbild

Wetterextreme, gesetzliche Auflagen, invasive Schädlinge, Personalmangel und Preisdruck bereiten Hessens Kirschbauern zunehmend Schwierigkeiten. „Die Zahl der obstanbauenden Betriebe allgemein und auch der Kirschen anbauenden Höfe nimmt kontinuierlich ab“, sagte Andreas Klein vom Hessischen Landesverband für Erwerbsobstbau. Neben steigenden Dünger- und Energiepreisen stelle auch der Mindestlohn ein großes Problem dar.

Witzenhausen/Wiesbaden - Ab September müssen die Landwirte ihren Erntehelfern zwölf Euro pro Stunde zahlen. „Das ist für viele einfach nicht umsetzbar, und manche bleiben dabei eben auf der Strecke“, erläuterte Klein.

In Hessen sind vor allem drei Anbaugebiete bedeutsam: das selbst ernannte „Kirschenland“ rund um Witzenhausen im nordhessischen Werra-Meißner-Kreis, außerdem Wiesbaden-Frauenstein und Friedberg-Ockstadt, das „Kirschendorf“ in der Wetterau. Im größten dieser Anbaugebiete in Witzenhausen werde die Zahl der Obstbaubetriebe stetig kleiner, sagte Charlotte Graulich vom Geo-Naturpark Frau-Holle-Land. „In den 1950er-Jahren gab es um die 800 Betriebe, heute sind nur noch rund 30 aktiv.“ Viele Flächen würden nicht mehr bewirtschaftet und lägen brach.

Graulich arbeitet daher gemeinsam mit den Obstbaubetrieben daran, den Witzenhäuser Kirschen neuen Auftrieb zu geben. Unter anderem sei geplant, den Antrag auf die Eintragung einer geschützten Herkunftsbezeichnung bei der Europäischen Union einzureichen. „Dann könnte sich die Witzenhäuser Kirsche schon bald in den Reigen von Schwarzwälder Schinken, Nürnberger Lebkuchen und Spreewälder Gurken einreihen“, sagte Graulich. dpa

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