Blaulicht
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Ein Blaulicht leuchtet auf dem Dach einer Polizeistreife.

Kirschenzeit: Wetter und Diebe plagen Produzenten

Obstdiebe bereiten den hessischen Produzenten von Kirschen auch in dieser Saison Sorgen. Fälle von Diebstählen nehmen seit einigen Jahren „rasant zu“, wie Eberhard Walther vom Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH) der Deutschen Presse-Agentur sagte. Kirschen-Klau sei kein Kavaliersdelikt, sondern bedeute einen wirtschaftlichen Schaden für die Betriebe und könne sich auf künftige Ernten auswirken.

Witzenhausen/Friedberg - Denn die Langfinger würden immer wieder auch Äste abbrechen und schädigten dadurch die Obstbäume.

Derzeit läuft die Ernte der beliebten Früchte. Das regnerische Wetter ist dafür allerdings nicht ideal: Die vielen Niederschläge machten das Obst anfällig fürs Aufplatzen und für Fäulnis, sagte Walther, der die Süßkirschenversuchsanlage in Witzenhausen leitet. Der nordhessische Ort sowie Friedberg-Ockstadt in der Wetterau sind Hessens bekannteste Anbaugebiete für Kirschen.

In beiden Regionen kommt es immer wieder zu Obstdiebstahl. Welche Schäden dadurch genau entstehen, ist unklar. Es sei schwierig, das Ausmaß abzuschätzen, sagte Walther. Mitunter würden ganze Bäume illegal abgeerntet. Längst nicht jeder Fall werde bei der Polizei angezeigt. Auch dem hessischen Bauernverband liegen keine Daten zu Diebstählen vor. Ein Sprecher ging davon aus, dass viele Taten gar nicht bekannt werden.

Die Polizei hat aktuell nur von Einzelfällen Kenntnis. „In den vergangenen Jahren kam es immer wieder zu Berichten über Diebstähle der reifen Früchte“, teilte eine Sprecherin der Polizei in Friedberg mit. „Die erfassten Anzeigen wegen Kirschendiebstahls bewegten sich jedoch im niedrigschwelligen Bereich und ließen keine Rückschlüsse auf einen „Kriminalitätsschwerpunkt“ zu“. Gleichwohl nehme man die Sorgen der Bauern ernst. Die Kolleginnen und Kollegen auf Streife seien sensibilisiert und schauten im Anbaugebiet nach dem Rechten, wenn es die Einsatzlage zulasse. dpa

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