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Kleinzirkus in Corona-Zeiten: „Das ist nicht unser Leben“

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Kleinzirkus in Corona-Krise
„Gini“ Lauenburger balanciert durch das Zirkuszelt des „Familienzirkus Delmonde“. © Boris Roessler/dpa/Archivbild

Seit fast zwei Jahren nicht mehr gereist und auf Spenden angewiesen: Der Frankfurter Kleinzirkus Delmonde bekommt die Auswirkungen der Corona-Pandemie mit voller Wucht zu spüren. Monatelang waren keine Vorstellungen möglich, wie Betreiber Tino Krämer berichtet. Derzeit dürften den Auflagen zufolge in das Zelt, das normalerweise rund 200 Besucher fasse, etwa 100 rein, es gelte die 2G-Regel - also nur Eintritt für Geimpfte oder Genesene.

Frankfurt/Main - „Wir lassen aber von uns aus nur 80 rein“, sagte er. Doch auch die kommen im Moment häufig nicht.

„Wir hatten immer unser Auskommen, waren nie auf fremde Hilfe angewiesen“, sagte Krämer. Das sei nun anders, seit rund zwei Jahren sei der Zirkus nicht mehr gereist, auch Auftritte in Schulen oder bei Kitas seien nicht möglich. Statt auf Tour zu sein habe der Zirkus in den vergangenen zwei Jahren lediglich ein paar Mal seinen Standplatz im Frankfurter Norden gewechselt, gerade ist der auf einem Park-and-Ride-Parkplatz nahe einer Autobahn im Stadtteil Bonames.

„Das ist nicht unser Leben“, sagte Krämer. Man gehe von Tür zu Tür und sammele für Tierfutter. „Viele Leute haben dafür Verständnis.“ Es müssten Zelt- und Tierversicherung sowie der Unterhalt für den verbliebenen Fuhrpark bezahlt werden. Trotz allem macht der kleine Familienbetrieb des gebürtigen Frankfurters Krämer, der nach eigenen Angaben zwölf Personen und 17 Tiere - von Pferd über Esel bis zu kleinen Schweinen - umfasst, weiter. Es bleibe ja nichts anderes übrig, sagte Krämer. „Wenn wir in der Manege stehen, ist das unsere Welt.“ dpa

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