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„König Lear“ und „Jesus Christ Superstar“ in der Stiftsruine

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Intendant Joern Hinkel (2.v.l.) stellt das Programm der 72. Bad Hersfelder Festspiele 2023 vor.
Intendant Joern Hinkel (2.v.l.) stellt das Programm der 72. Bad Hersfelder Festspiele 2023 vor. © Uwe Zucchi/dpa

Shakespeare-Klassiker, Jesus-Musical und eine witzig-schräge „Fledermaus“: Die Bad Hersfelder Festspiele bieten dem Publikum bei ihrer 72. Auflage im kommenden Sommer ein vielfältiges Programm.

Bad Hersfeld - Mit dem Shakespeare-Klassiker „König Lear“ werden die Bad Hersfelder Festspiele 2023 eröffnet. Für die Inszenierung konnte die Regisseurin Tina Lanik gewonnen werden, die bereits im Burgtheater in Wien oder am Münchner Residenztheater Regie führte, wie Intendant Joern Hinkel am Freitag in Bad Hersfeld bekanntgab. „Tina Lanik ist eine der spannendsten Regisseurinnen im deutschsprachigen Raum. Sie wird einen ganz neuen Blick auf „König Lear“ gewähren und viele aktuelle Aspekte herausarbeiten.“

„Mit König Lear bringen wir ein Stück in die Stiftsruine, das den Menschen in seiner ganzen Tragik und letztendlich seinem Wahnsinn, Mensch zu sein, zeigt“, sagte Lanik. Das Stück biete viele spannende und moderne Aspekte - einen erbarmungslosen Generationenkonflikt, eine gewaltsame Zeitenwende, einen Systemwechsel, „Jung gegen Alt, Frau gegen Mann und Töchter und Söhne, die aufbegehren“.

Bereits vier Mal in der Geschichte der Bad Hersfelder Festspiele sei „König Lear“ von männlichen Regisseuren inszeniert worden, erklärte Hinkel. Daher sei es nun spannend, die Interpretation Laniks zu sehen. „Außerdem freue ich mich, dass wir so auch dem Wunsch vieler Hersfelder nachkommen, wieder einen Klassiker in der Stiftsruine zu erleben.“

In dem Stück von William Shakespeare seien zwei Geschichten miteinander verwoben. Es gehe um zwei Väter, die ihre Macht an die kommende Generation abtreten und die Konflikte, die daraus folgen. Die Gäste der 72. Bad Hersfelder Festspiele könnten sich auch wieder auf prominente Schauspieler in einigen Rollen freuen, Namen wurden zunächst aber noch nicht genannt. Die Premiere ist am 30. Juni.

Musical-Fans können sich auf die Rockoper „Jesus Christ Superstar“ (Premiere 1. Juli 2023) mit dem gleichnamigen Titelsong und weiteren Hits wie „Hosanna“ freuen. Regie führt Stefan Huber. „Seitdem ich den Film aus dem Jahr 1973 gesehen habe, bin ich fasziniert von der Rockoper. Bisher hat sich keine wirkliche Gelegenheit ergeben - und nun ist es endlich so weit“, erklärte Huber und hob zugleich hervor, dass die Stiftsruine als Kulisse hervorragend zu dem Musical passe.

Als weiteren musikalischen Höhepunkt kündigte Hinkel „Die Rache der Fledermaus“ (ab 11. August) an - eine witzig-schräge Version der berühmten Operette von Johann Strauss, die ohne Geigen und Plüsch daherkomme, dafür mit Bass, Gitarre und coolen Rhythmen. Zu sehen sind in der Bearbeitung von Stefan Kai Tietje und Stefan Huber (die schon in Winterthur zu sehen war und auch an die Berliner Komische Oper kommt) unter anderem der aus zahlreichen „Tatort“-Produktionen bekannte Schauspieler Stefan Kurt sowie die Geschwister Pfister, die für feinstes Musikkabarett stehen, wie Hinkel sagte.

Auch Kinder ab 5 Jahren sollen bei den Bad Hersfelder Festspielen wieder auf ihre Kosten kommen. Für sie spukt „Das kleine Gespenst“ (Premiere am 7. Juli 2023) durch die Stiftsruine. Darüber hinaus bringt Hinkel abermals die Bühnenfassung des Hollywood-Films „Club der Toten Dichter“ auf die Bühne, die 2021 in Bad Hersfeld ihre europäische Erstaufführung erlebte.

Der Vorverkauf für die neue Saison beginnt am kommenden Donnerstag (24. November). Bis 31. Dezember gewähren die Festspiele einen Frühbucher-Rabatt für „König Lear“, „Der Club der toten Dichter“, „Jesus Christ Superstar“ und „Die Rache der Fledermaus“. dpa

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