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Bekanntermaßen sucht auch das hessische Handwerk händeringend nach Lehrlingen. Stellen Sie sich nun diese Situation vor: Ein Lehrling, der beispielsweise zum Tischler ausgebildet wird, kann seine

Bekanntermaßen sucht auch das hessische Handwerk händeringend nach Lehrlingen. Stellen Sie sich nun diese Situation vor: Ein Lehrling, der beispielsweise zum Tischler ausgebildet wird, kann seine Ausbildung nicht zeitgerecht abschließen, weil es plötzlich zu viele Tischler in Hessen gibt. Von der Handwerkskammer wird er in dieser Situation mit der Aussage vertröstet, in zwei Jahren könnte er aber seine Prüfung ablegen, dann sehe die Situation auf dem „Tischlermarkt“ wieder positiv aus.

Natürlich geht es den Handwerkslehrlingen nicht so, sie schließen ihre Ausbildung in aller Regel fristgerecht ab und können in den Beruf starten.

Ganz anders sieht es dagegen bei nicht wenigen angehenden Lehrerinnen und Lehrern in Hessen aus. Sie haben ihr erstes Staatsexamen möglicherweise mit Bravour bestanden, dürfen aber ihre Ausbildung nicht zeitnah abschließen, da sie das „Pech“ haben, eine problematische Fächerkombination studiert zu haben. Beispielsweise Deutsch in Kombination mit Erdkunde. Mit dieser Fächerkombination, vor allem im gymnasialen Bereich, müssen sich diese „Problemkandidaten“ auf längere Wartezeiten einstellen bis sie einen Referendarsplatz bekommen. Diese können dann schon einmal trotz guter Noten im Staatsexamen lange zwei Jahre dauern. Aber ohne abgeschlossenes Referendariat ist die Ausbildung zum Lehrer nicht abgeschlossen.

Was diese Situation aber in Hessen suspekt macht, ist der „Umstand“, dass diese Problemfächer-„Lehrer“ vom Land Hessen mit befristeten Angestelltenverträgen ausgestattet werden und ganz selbstverständlich an Schulen in ihren Fächern unterrichten.

Das kann nicht die Lösung sein. Auf der einen Seite werden junge Menschen vom Land motiviert, sich für ein Lehramtstudium zu entscheiden, weil Pädagogen dringend gebraucht werden. Auf der anderen Seite wird ihnen aber der zeitnahe Abschluss ihrer Ausbildung vorenthalten, weil kein Referendarsplatz zur Verfügung steht.

Hier muss das Land auch endlich bereit sein, in Vorleistung zu treten, Geld in die Hand zu nehmen und für genügend Ausbildungsplätze (sprich Referendarsplätze) zu sorgen. Nach ihrer Ausbildung könnten dann diese Lehrer als „mobile Reserve“ vorerst ihr Einsatzgebiet finden. Und zwar als Beamte und nicht als befristete Angestellte.

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